Stichwort

Holocaust

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9punkt 19.06.2020 […] er Mark Terkessidis ähnlich wie Achille Mbembe dafür, Rassismus und Holocaust in eine große Generalerzählung von Kolonialismus einzubetten. Das nütze allen: "Der Autor Michael Rothberg unterscheidet zwischen kompetitiver und multidirektionaler Erinnerung. Erstere herrscht vor, weil man politisch etwas erreichen will. Der Holocaust ist auch ein globales Modell geworden für rassistische Opfererfahrungen […] ngen. Deshalb haben schwarze Aktivisten von der Sklaverei als einer Art Holocaust gesprochen. In Israel wacht man zugleich sehr empfindlich über die Einzigartigkeit der eigenen Opfererfahrung. Ich bin für multidirektionale Formen der Erinnerung, weil man zusammen weiter kommt." […]
9punkt 17.06.2020 […] und Holocaust schon immer quer liefen, nämlich: seit Joschka Fischer auf der PLO-Konferenz 1969 in Algier die restlose Befreiung Palästinas forderte oder Hans Jürgen Wischnewski die Gelder der Befreiungsfront FLN schmuggelte: "In den 1960er Jahren hat unsere Generation wie gesagt zwei 'Entdeckungen' gemacht: das sich abzeichnende Ausmaß der Judenvernichtung, die damals noch kaum einer Holocaust nannte […] imperialer Abhängigkeit und kapitalistischer Ausbeutung zu lösen suchten. Fischer und andere waren in Algier (und andere dann in Peking, Hanoi oder La Paz), weil die 'Gedächtniszeit' (Diner) des Holocaust, begonnen 20 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, Dachau und Buchenwald mit der Erlebniszeit der Entkolonisierung zusammenfiel. Dramatisiert wurde dies durch die Erfahrung des Vietnamkriegs, die […]
9punkt 15.05.2020 […] Deutschland ist in seiner Betrachtungsweise des Holocaust in einer Zeit vor den Postkolonialismusstudien stecken geblieben. Heute sympathisiere der israelische Premier Netanjahu mit Rechten wie Victor Orban, weshalb Zekri eine proisraelische Einstellung für AfD-nah zu halten scheint. Aber vor allem sollte man vielleicht nicht mehr die "Singularität des Holocaust" betonen, da dies dazu führe, argumentiert […] Schoah zu isolieren und als Erinnerung abzukapseln. Das macht sie letztlich steril. Die letzten Zeitzeugen sterben. Syrer, Iraker, Eritreer aber bringen andere Traumata mit. Wer ihre Empathie für den Holocaust wecken will, muss ihre Gewalterfahrungen ernstnehmen und in Beziehung zur Schoah setzen, sonst wird man sie verlieren." "Achille Mbembe hat tatsächlich in unklarer Begrifflichkeit und unscharfer […] Blick verliere: Wo sich eine "Logik der Extermination wieder abzeichnet - und das ist bei den völkischen Nationalisten heute der Fall -, kann man nach genauer Prüfung von einer Vorläuferschaft des Holocaust im Kolonialismus und seinen Nachwirkungen in heutigen Kontexten sprechen. Und am Ende in eine Gegnerschaft zum heutigen weißen Suprematismus einmünden, der bei aller Streitlust im linken und liberalen […]
9punkt 12.05.2020 […] Diesem "Holocaust durch Kugeln" widmet sich der Band "Leben und Tod in der Epoche des Holocaust in der Ukraine" des ukrainischen Historikers Boris Zabarko, den Christoph Brumme bei libmod.de vorstellt. Der Band bringt viele Berichte Überlebender: "Dass diese beklemmenden Berichte so spät erscheinen, viele Jahrzehnte nach den Massenmorden, liegt auch daran, dass in der Sowjetunion der Holocaust verschwiegen […] nur zu lesen, dass dort friedliche Sowjetbürger von den Faschisten ermordet wurden, ohne Hinweise darauf, dass es sich um Juden handelte. Sowohl in der Ukraine als auch in Deutschland ist über den 'Holocaust durch Kugeln' viel zu wenig bekannt." […]
9punkt 30.01.2020 […] an den Holocaust: "Israel sieht sich als den rechtlichen und moralischen Nachfolger der Opfer des Holocaust. Die Erinnerung an den Holocaust in Israel wird immer in der Spannung zwischen dem partikularistischen Charakter eines jüdischen Staates und dem universalistischen Anspruch einer demokratischen Gesellschaft hin- und hergerissen sein. Innerhalb der jüdischen Tradition konnte der Holocaust nur ein […] ein jüdisches Problem bleiben. Den Holocaust zu universalisieren, hieße, das einschneidende Ereignis der jüdischen Geschichte zu einem Bruch mit der Moderne werden zu lassen." Dass Peking zu "archaischen" Maßnahmen greift und das chinesische Wuhan unter Quarantäne stellt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, dabei allerdings die "Menschenrechte Millionen gesunder Menschen einschränkt", wundert […]
9punkt 01.10.2019 […] Viele Juden wurden im Holocaust nicht in Lagern ermordet, sondern durch Massenerschießungen, besonders in der Ukraine. Erst jetzt entstehen Initiativen für angemessene Mahnmale. Klaus Hillenbrand reist für die taz zu den Mordstätten. Die Stiftung "Erinnerung bewahren" musste gewissermaßen detektivische Vorarbeit leisten. "Denn in der Sowjetunion war ein Gedenken an die jüdischen Opfer nicht vorgesehen […] vorgesehen. Der Holocaust sollte im Vielvölkerstaat keine gesonderte Beachtung finden. Deshalb finden sich rund um Berdychiv immer wieder kleine Gedenksteine, auf deren Aufschrift von 'friedlichen Sowjetbürgern' die Rede ist, die dort ermordet wurden - wer da aus welchem Grund getötet worden war, das durfte nicht geschrieben stehen. Deshalb verrotteten die Grabstätten über die Jahrzehnte, bis sich kaum jemand […]
9punkt 19.07.2019 […] Judenmord solle durchaus erforscht werden, so beteuert Wiatrowich nun, und die polnischen Gesetzentwürfe, Äußerungen über eine mögliche Mitschuld von Polen am Holocaust zu bestrafen, bezeichnet er als 'destruktiv'. Aber es sei ebenso notwendig, den Holocaust in die Gesamtgeschichte der Ukraine im Zeitalter der beiden totalitären Regime einzubetten. Das Verhalten der Menschen im Zweiten Weltkrieg lasse sich […] für die im Zweiten Weltkrieg im ukrainischen Babij Jar 65.000 Ermordeten ist längst überfällig, schreibt in der NZZ der Historiker Bert Hoppe. Aber es gibt Einwände gegen das geplante Babij Jar Holocaust Memorial Center: Auf einem jüdischen Friedhof baue man nicht, heißt es; das Projekt werde zudem von russlandnahen ukrainischen Milliardären unterstützt, klagt Wolodomir Wiatrowich, Leiter des ukrainischen […]