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The Harvard Gazette

1 Presseschau-Absatz

Magazinrundschau vom 08.06.2021 - The Harvard Gazette

Amartya Sen ist ein begeisterter Fahrradfahrer, stellt sich im langen autobiografischen Gespräch mit Christina Pazzanese heraus. Und er erzählt (vielleicht nicht zum ersten Mal), wie ihm das Rad seine bahnbrechenden Studien ermöglichte: "Eine meiner Forschungsreisen im Jahr 1970 befasste sich mit der Entwicklung von Hungersnöten in Indien. Ich untersuchte die bengalische Hungersnot von 1943, bei der etwa drei Millionen Menschen starben. Für mich war klar, dass der Grund dafür nicht ein Rückgang des Nahrungsangebot im Vergleich zu früher war. Vielmehr hatten wir einen kriegsbedingten Wirtschaftsboom, der die Löhne einiger Menschen erhöhte, aber nicht die anderer. Und diejenigen, die keine höheren Löhne hatten, mussten mit den höheren Preisen für Lebensmittel fertig werden - insbesondere für Reis, der das Grundnahrungsmittel in der Region ist. So kam es zu den Hungersnöten. Um diese Untersuchung durchzuführen, musste ich herausfinden, welche Löhne die Menschen für verschiedene ländliche Tätigkeiten erhielten. Ich musste auch herausfinden, wie hoch die Preise für Grundnahrungsmittel auf den wichtigsten Märkten waren. All das erforderte, dass ich zu vielen verschiedenen Orten fuhr und mir deren Aufzeichnungen ansah, also fuhr ich all diese Strecken mit dem Fahrrad."
Stichwörter: Sen, Amartya, Indien