Die Bundesregierung hält sich die "Zivilgesellschaft" in zwei Formen, subventioniert in Gestalt des Programms "Demokratie leben", oder angestellt in Gestalt der "
Beauftragten" für diese oder jene relevanten Fragen. Von der "
Beauftragten der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt"
Sophie Koch hatte man noch nicht viel gehört, bis sie in ihrer offiziellen Eigenschaft
diesen Post auf Instagram veröffentlichte:
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Queerbeauftragte Sophie Koch (@queerbeauftragte)
Der Post erschien am 31. März, dem "
Internationalen Tag der Trans*Sichtbarkeit". Sophie Koch ergänzt den Post mit dem Statement: "Wenn Einzelne
aus dem rechten Spektrum das Selbstbestimmungsgesetz angreifen, dann erwarte ich von der Politik Ruhe und Besonnenheit statt Schnappatmung."
Auf
emma.de erscheint eine Reaktion von Alice Schwarzers Redaktion. Sie sei einiges an Angriffen gewohnt, aber dass eine
Repräsentantin der Bundesregierung sie und J.K. Rowling in einem offiziellen Post mit Trump gleichsetzt und als "Rechte" markiert, habe selbst sie erstaunt. Am 7. April, heißt es da, habe Schwarzer die
zuständige Ministerin Karin Prien aufgefordert, dass dieser Post von Instagram entfernt wird. Das Ministerium reagierte überraschend. Die stellvertretende Pressesprecherin Anja Pfeffermann riet Schwarzer in einer Mail an ihr Büro, sich mit Koch zu unterhalten und übersandte
Kochs E-Mail-Adresse. "Frau Pfeffermann richtete diesen Brief nicht etwa an Alice Schwarzer, sondern an deren Büroleiterin Margitta Hösel. Ein erstaunlicher Vorgang, denn Margitta Hösel hatte weder ihr, noch dem Ministerium geschrieben. Warum also die Antwort auf die Beschwerde von Alice Schwarzer an Ministerin Prien von Frau Pfeffermann an Margitta Hösel? Es ist zu befürchten, dass die Ministerin bis heute weder Kenntnis hat von dem Brief von Alice Schwarzer an sie - noch von dem, was
ihre Untergebenen so treiben."
Dass
Jeffrey Epstein Jude war, wurde in den sozialen Medien wenig überraschend zum Anlass vielfältiger Verschwörungstheorien.
Michael Wolffsohn betont in der
NZZ aber die Universalität von Epsteins schlechten Eigenschaften: "Epsteins Netzwerk - sollte man nicht eher von einer 'Epstein-Bande' sprechen? - war interkonfessionell. Zynisch gesagt: Es war fast so etwas wie eine der wenigen weltweit funktionierenden
christlich-jüdisch-muslimischen Bruderschaften. Klipp und klar: Der Wolf im Menschen ist das eigentliche Thema der Causa Epstein. Der Wolf im Menschen oder im Manne? Ist also nur der Mann ein trieb- und machtgesteuertes Wesen? Ein Blick auf die Epsteiner lässt das vermuten. Doch diese Vermutung unterstellt, dass Frauen nicht auch trieb- oder macht- oder mammongesteuert sein können. Ob ebenso, weniger oder mehr, wäre ein anderes Thema." In der
FAS schreibt Helene Röhnsch über die Verschwörungstheorien um Epstein und die Frage, ob diese die
QAnon-Sekten nun noch stärker beflügeln.