Jens Rübsam klärt den westdeutschen Leser zunächst einmal darüber auf, um was es sich bei den Abrafaxen handelt. Denn diese Abrafaxe, drei recht unterschiedliche kleine Kerle, waren in der DDR äußerst populäre Comic-Figuren, die ursprünglich als sozialistischer Gegenentwurf zu Comics wie Mickey Mouse oder Donald Duck gedacht waren. Ab 1960 in den "Mosaik"-Heften regelmäßig veröffentlicht, sollten die Abrafaxe zur Stärkung des Systems beitragen und das vermitteln, was "genau dem sozialistischen Menschenbild (entspricht): lieb, fröhlich, gütig, hilfsbereit und strebsam" sein. Interessant findet Rübsam nun an diesem Sammelband, dass die "Entstehungsgeschichte" der Abrafaxe hier bestens nachvollziehbar gemacht wird. Gewalt, Geld und Krankheit und Alter spielen hier nach Rübsam keine Rolle, dafür werden verschiedene Länder porträtiert, "die sozialen Gegebenheiten, die Architektur, die Technologie". Dabei stellt der Rezensent fest, dass es den Herstellern dieser Geschichten im Laufe der Zeit zunehmend gelungen ist, "die Ideologie immer mehr herauszuhalten". Ergänzend weist Rübsam darauf hin, dass in Hollywood gerade ein "Abrafaxe"-Film in Arbeit ist und dass diese Geschichten im Osten Deutschlands (und mittlerweile nicht nur dort) geradezu Kultstatus haben.
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