Kitty Kahane, Alexander Lahl, Max Mönch

Treibsand

Eine Graphic Novel aus den letzten Tagen der DDR
Cover: Treibsand
Verlag Walde und Graf, Berlin 2014
ISBN 9783849303587
Broschiert, 180 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

New York, Spätsommer 1989. Tom Sandman war monatelang als Korrespondent in China unterwegs, wo er Zeuge eines Massakers wurde. Zweifelnd an seinem Beruf kehrt er zurück nach New York. Dort scheint sich alles gegen ihn zu wenden. Nicht nur, dass ihn seine Freundin verlässt und das geliebte Aquarium vom eigenen Vater in einen Kriegsschauplatz verwandelt wird, sein Chef, der notorische Antikommunist Raymond Burnes, schickt ihn gleich ins nächste Krisengebiet. Tom soll nach Berlin, um über die Unruhen in der DDR zu berichten. Begleitet von üblen Zahnschmerzen und wüsten Träumen reist er in ein untergehendes Land.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2014

Peter Rutkowski wägt sorgsam Für und Wider ab bei dieser Graphic Novel von Max Mönch, Alexander Lahl und Kitty Kahane. Das Fazit des Rezensenten aber bleibt zwiegespalten: So wenig ihn die hier verhandelte Geschichte der kollabierenden DDR anhand verschiedener Biografien (eines Journalisten, einer Informantin...) überzeugt, weil sie auf ihn oft überfrachtet und stilistisch allzu nachlässig wirkt, so sehr scheint ihm das Buch in seiner Funktion als Wahrheiten vermittelnde Geschichtsschreibung ambitioniert und durchaus stark. Da der Rezensent es aber nicht mit einem Roman zu tun hat und dem Ganzen die "bilderzählerische Klasse" fehlt, wie Rutkowski schreibt, kann ihn der Band nicht gänzlich beglücken.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.11.2014

Dass die Autoren Alexander Lahl und Max Mönch und die Zeichnerin Kitty Kahane in dieser Graphic Novel ganz ohne didaktisches Pathos und Ostalgie, dafür mit Schnoddrigkeit und bunt inspiriert vom Mauerfall erzählen, gefällt Ralph Trommer ausnehmend gut. Die dazu bemühte Perspektive eines "unbeleckten" US-Reporters, der den Sommer '89 ettappenweise und mitunter als surreale Traumsequenz erlebt, passt gut, meint Trommer, und lässt Historisches, wie das Oppositionellen-Treffen im Prenzlauer Berg oder die Zustände im Frauengefängnis Hoheneck, verdichtet und mit verträglicher Leichtigkeit erscheinen. Ein durchaus verspieltes Buch, das den Rezensenten über die Kälte des Systems doch nicht im Unklaren lässt.
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