Aus dem Niederländischen von Waltraud Hüsmert. Wie Perlen einer Kette reihen sich am Äquator die indonesischen Inseln aneinander. In elf verknüpften Erzählungen, die 1952 in den Niederlanden erschienen sind und mit denen der Autor A. Alberts nun in Deutschland zu entdecken ist, folgen wir einem Kolonialbeamten in diese Insellandschaft. Das Tropenparadies ist abweisend, in saftiggrüner Üppigkeit findet der Europäer kein pompöses Kolonialleben vor, sondern vor allem Fremde, Einsamkeit. Es herrscht Windstille.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2003
Wolfgang Schneider hält es für an der Zeit, diesen niederländischen Klassiker der Moderne wiederzuentdecken und begrüßt deshalb die Publikation des 1957 erschienenen, nun ins Deutsche übersetzten Erzählbandes. In seinem Debüt "Die Inseln" verarbeitet A. Alberts seine "kolonialen Erfahrungen", die er als Beamter der niederländischen Regierung zwischen 1942 und 1945 in Java gemacht hat, informiert der Rezensent. Viele der 11 Geschichten sind durch die "weiche, traurige Gemütsverfassung" ihrer Protagonisten gekennzeichnet, denen der "Imperialismus" ihrer niederländischen Heimat fragwürdig geworden ist, so Schneider angetan. Insbesondere die Erzählung "Die Jagd" hat ihn an die Hemingway'sche "Kunst des Ungesagten" erinnert, die er deshalb auch am spannendsten fand. Doch auch der "subtile Humor" von "Der König ist Tod" oder der "sanfte Sog ins Absurde" der in anderen Erzählungen zum Ausdruck kommt hat es ihm angetan.
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