Anfang des Jahres 1967 reist der Anthropologe Reimar Schefold zu den Mentawai-Inseln westlich von Sumatra und hält sich dort zwei Jahre bei den Sakuddei auf, einer abgeschottet lebenden Ethnie auf der Insel Siberut. Er wird ohne Vorbehalte in der Gemeinschaft aufgenommen, ihm dabei Zugang zu ihrer Welt geboten. Die Sakuddei leben in einer egalitären Gesellschaft ohne Arbeitsteilung und Geldwirtschaft. Ahnen und Geister spielen eine wichtige Rolle in ihrer religiösen Welt. Einen großen Stellenwert hat dabei die Seele. Anhand seiner Aufzeichnungen und Tagebücher berichtet der Autor Jahrzehnte später von seiner Zeit bei den Sakuddei. In der Beschreibung seiner bisweilen unorthodoxen ethnologischen Feldforschung liest sich sein Bericht wie ein Roman, der seinen besonderen Reiz darin hat, dass sich der Autor 2009 erneut auf Siberut aufhielt und miterleben konnte, wie die Sakuddei dem fortwährenden Druck der indonesischen Regierung, sich "zivilisieren"
zu lassen, trotzen und ihre traditionelle Lebensweise und Religionsausübung bewahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2017
Fesselnder als manch einen Abenteuerroman findet Rezensent Karl-Heinz Kohl diese Erinnerungen des Soziologen und Kulturanthropologen Reimar Schefold an seine Zeit bei den Sakuddei in Indonesien. Einfühlsam und mit stilistischem Gespür schildert ihm der Autor seine ersten Feldforschungen im Jahre 1967, erzählt von der langen Anlaufzeit, der es bedurfte, um das Vertrauen des Volkes zu gewinnen und berichtet, wie er sich schließlich so weit integrierte, - den Verzehr von Maden und Affen inbegriffen - bis die zunächst fremde Kultur Teil seines Lebens wurde. Diese wunderbare "Poetik der Begegnung zwischen den Kulturen" kann Kohl nachdrücklich empfehlen.
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