Abdelaziz Baraka Sakin

Der Rabe, der mich liebte

Cover: Der Rabe, der mich liebte
Klingenberg Verlag, Graz 2024
ISBN 9783903284272
Gebunden, 136 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Arabischen von Larissa Bender. Adam Ingliz hat einen Traum, ein einziges Ziel: Professor für Sprachwissenschaften in Oxford zu werden. Er verlässt den Sudan und durchquert Europa auf dem 'Ameisenweg', der ihn über Graz in den 'Dschungel' von Calais führt. Dort harren Tausende in Zelten aus, um in einem Schlauchboot oder unter einem Lastwagen den Ärmelkanal zu überqueren. Er aber beschließt, sich einen Heißluftballon zu besorgen - um zu fliegen wie die Raben, denen er sich mehr und mehr zuwendet.'Der Rabe, der mich liebte' ist ein Roman über Flucht, Entscheidungen, die man trifft, und über die Liebe in all ihren Facetten. Abdelaziz Baraka Sakin kreiert mehrstimmig die Lebensgeschichte eines Migranten, der unverrückbar an seinem Traum festhält. Eines zum Scheitern Verurteilten, dessen Tragik für viele steht. Und dessen Geschichte durch die Erzählungen seiner Freunde so fantastisch erscheint wie E. A. Poes Rabe, der spätnachts an die Türe klopft.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 18.12.2024

Einen "wunderbar weisen Roman" über Migrantenschicksale hat Abdelaziz Baraka Sakin hier vorgelegt, findet Rezensentin Stephanie von Oppen. Die jungen Sudanesen Nuri und machten sich auf nach Europa, nur um im berüchtigten "Dschungel von Calais" zu landen. Nuri schafft den Absprung, doch Adam, trotz seiner Klugheit und Sensibilität, bleibt hängen. Der Kritikerin gefällt, wie der Leser Adam aus den Perspektiven unterschiedlichster Personen kennenlernt und so ein differenziertes Bild dieses Charakters entsteht, eines hochgebildeten Mannes, der unbedingt in England Professor werden wollte - und scheitert, obwohl er ideale Voraussetzungen gehabt hätte. Ohne "Larmoyanz", sondern mit Wärme und auch Witz erzählt Sakin diese Geschichte, schließt Oppen, und bietet darüber hinaus einen eindrücklichen Einblick in die brutale Welt des zum Mythos gewordenen nordfranzösischen "Dschungels".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.09.2024

Der "Dschungel" in Calais ist ein offiziell längst aufgelöstes Gebiet, in dem Geflüchtete mit der Hoffnung ausharren, irgendwie nach England zu kommen, liest Rezensentin Andrea Pollmeier in Abdelaziz Baraka Sakins berührendem Roman über die beiden sudanesischen Freunde Adam und Nuri. Sie sind zusammen geflohen, doch ihre jeweiligen Schicksale nehmen ganz unterschiedliche Verläufe: Nuri bekommt Asyl in Frankreich, Adam bettelt am Grazer Bahnhof, verliert den Verstand und wird letztlich ausgewiesen, erfahren wir. Ihre Begegnung am Bahnhof bildet den Auftakt für einen Roman, der multiperspektivisch von den Hoffnungen, Schwierigkeiten und Träumen erzählt, die mit Adams Flucht verbunden sind, schließt die auch von der poetischen Sprache überzeugte Kritikerin.

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