Mit einem Essay von Ulrich Wickert und 30 Illustrationen von Horst Hussel. Das erfolgreichste Buch des Autors Adolph Freiherr von Knigge, Über den Umgang mit Menschen, fehlte zu seiner Zeit in kaum einem Haushalt. Allerdings suchte man darin nicht nach Vorschriften, wie man sich in der feinen Gesellschaft zu benehmen habe. Dieser populäre Irrtum entstand erst viel später. Vielmehr gibt Knigge Anregungen und Anleitungen zum ethisch und sozial richtigen Handeln und Verhalten des Menschen zu seinen Mitmenschen. So empfiehlt er beispielsweise Regeln des Umgangs mit Leuten von verschiedenen Gemütsarten und Stimmungen des Geistes und des Herzens, des Umgangs unter Personen von verschiedenem Alter, zwischen Schriftstellern und Lesern, mit und unter Verliebten bis hin zum Umgang mit sich selbst...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2003
Anna von Münchhausen hat bei der Lektüre dieser Neuausgabe von Knigges Klassiker -- aus Anlass seines 250. Geburtstages am 16. Oktober 2002 -- noch einmal darüber nachgedacht, ob sein Autor völlig unschuldig daran ist, dass dieses Buch nicht als das aufklärerische Werk erkannt wurde, das es sein wollte; und stattdessen als bloße Benimm-Fibel bekannt wurde. Das Urteil fällt nicht nur günstig aus: Knigge habe, es "muss einmal gesagt werden", auch "herzlichen Unfug verzapft". Zum Beispiel über die "von der Natur bestimmten" Rollen von Mann und Frau. Hier aber entdeckt die Rezensentin zugleich den heutigen "Reiz dieser Lektüre": Man könne sich fragen, was daran zeitgebunden und was noch gültig sei; und sich am Zeitlosen freuen und sich über das nun "ziemlich abwegig" Erscheinende "munter aufregen". Darüber, ob von dem dieser Neuausgabe beigefügten "Essay" von Ulrich Wickert vielleicht ebenfalls ein gewisser Reiz ausgeht, sagt die Rezensentin leider nichts.
Zum 250. Geburtstag des Herrn der "Benimmfibel", die eigentlich keine war, sondern ein "herzenskluges Buch, eine Anleitung zum Mensch- und Bürgersein", schreibt B.E., werden wir genau darüber wieder überall aufgeklärt werden. Aber tatsächlich sei das "helle Deutsch jener hellen Zeit" des Herrn Knigge schön zu lesen, und ist hier nun "freyherrlich bevorwortet von dem renommierten Menschenkenner Ulrich Wickert", so B.E., und dazu noch "absolut selbstdenkerisch illustriert" worden von Hussel, dessen Aquarelle B.E. für "fein getuschte Physiognomien des menschlichen Herzens" hält.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…