"Wir müssen unbedingt mal über Anstand reden!" Dieses Bedürfnis haben immer mehr Menschen, und es geht dabei nicht nur um Kleidung oder Tischsitten. Viele sind betroffen von gedankenlosen Kränkungen, von Takt- und Rücksichtslosigkeiten, von Mobbing, von schlechtem Benehmen unserer Zeitgenossen auf Straße und Schiene, in Läden, Behörden und Restaurants. Wer könnnte da besser helfen als Sybil Gräfin Schönfeldt? Ob als junge Leserbriefredakteurin, als Kolumnistin für "Die Zeit" oder als Buchautorin seit Beginn ihrer publizistischen Arbeit sind Benehmen und Anstand ihr zentrales Thema.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2008
Als Knigge für zeitgemäßes, "situationsabhängiges" Verhalten möchte Annika Müller das Buch Sybil Gräfin Schönfeldts lieber nicht empfehlen. Schönfeldts Eintreten für Stil und Etikette erscheint ihr "im Einzelfall" zwar gut nachvollziehbar. Die Anekdotenseligkeit, die Rechercheleistung der Autorin und der Versuch, Höflichkeitskonventionen historisch zu fassen und "auf ihren Ursprung zurückzuführen", findet sie durchaus lobenswert. Im Ganzen jedoch kommt ihr das hier zelebrierte "Ideal von äußerer Form" etwas verstaubt vor. Wenn Schönfeldt über geschlechterspezifisches Verhalten oder die Jugend von heute berichtet, fühlt sich Müller sogar in die Vorkriegszeit zurückgebeamt.
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