Aus dem Englischen von Gisbert Haefs. Mit einem Nachwort von Eva Gesine Baur. Dieses Buch ist ein Einspruch gegen die überhandnehmende Verpöbelung der Welt. Die Prinzipien des Earl of Chesterfield, ein Herr habe auf Anstand, Stil, Höflichkeit zu achten, sind zeitlos, ja gerade im 21. Jahrhundert höchst beachtenswert. Bei ihm erfährt "Mann", was es braucht, um im Gespräch bella figura zu machen, welche Charakterzüge unerlässlich sind, um als Gentleman zu gelten, und nicht zuletzt, wie man sich die Achtung der Frauen erwirbt. All das weiß der Autor aus eigener Praxis und lässt jene an diesem Wissen teilhaben, die Sinn für Takt und Bonhomie haben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.02.2020
Barbara Streidl ist froh, dass sich die Welt seit den Erziehungsbriefen des Earl of Chesterfield an seinen Sohn in Sachen Gleichberechtigung weiterentwickelt hat, zwischen Mann und Frau als auch zwischen Adel und Nicht-Adel. Auch wenn es keinen Gentleman mehr braucht, Menschen mit Manieren, Anstand, Bildung braucht es umso mehr, findet Streidl und kann die Handreichungen, die der Earl zwischen 1739 und 1768 verfasste, durchaus zur Lektüre empfehlen. Unterhaltsam sind sie allemal, versichert die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.12.2019
Werner von Koppenfels hat zwar Zweifel, ob die im "witzigen" Nachwort von Eva Gesine Baur angepeilte Leserschaft der Generation Speed-Dating sich für das aus dem 18. Jahrhundert stammende Handbuch zur Selbstoptimierung des Earl of Chesterfield erwärmen kann. Er selbst lernt durchaus etwas vom Mann von Welt, der mit diesen Briefen seinen Sohn auf das weltgewandte Leben vorbereiten wollte, etwa über das Geheimnis der Frauen, das "offene Gesicht bei verschlossenen Gedanken" oder die Menschenkenntnis. Darüber hinaus, so Koppenfels, bietet der Earl touristische Informationen über europäische Hauptstädte, Politiker und Literaten. Die Übersetzung der Textauswahl von Gisbert Haefs scheint ihm elegant und präzise.
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