Warum rauben, vergewaltigen und töten manche Menschen ohne das geringste Anzeichen von Reue? Adrian Raine, einer der führenden Kriminologen unserer Zeit, erforscht seit 35 Jahren die biologischen Grundlagen des Verbrechens und seine Ergebnisse sind spektakulär: Mit den neuesten Methoden der Neurowissenschaften sind bei vielen Gewaltverbrechern Abweichungen in den Arealen des Gehirns nachweisbar, welche die Gefühle steuern. Gibt es also das Killer-Gen? Ja, doch die tröstliche Einschränkung lautet: Die Entwicklung zum Psychopathen ist keine zwangsläufige. Weil das menschliche Gehirn flexibel und äußerst lernfähig ist, können gezielte Therapien und förderliche Umweltbedingungen gegensteuern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.07.2015
Sylvia Staude bemüht sich, freundlich zu bleiben, denn sie erkennt an, dass der Psychiater und Kriminologe Adrian Raine in einem menschenfreundlichen Duktus argumentiert, wenn er Gewalt und Kriminalität mit medizinischen Dispositionen erklärt, mit schlechter Ernährung in der Schwangerschaft und unglücklicher Kindheit. Er meint es ja gut! Deswegen lässt Staude ihn mit den Attributen "naiv" und "widersprüchlich" davonkommen, wenn er in Aussicht stellt, in Zukunft Männer über 18 einfach testen zu lassen und bei entsprechender Disposition zum Mörder ins Lager zu sperren.
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