übersetzt aus dem Französischen und mit einem Vorwort versehen von Ango Laina. Wir erleben wie europäische Abenteurer, die in Südostasien nach Gold suchen, als Süchtige enden; wie werden Zeugen der Todesangst einer Schauspielertruppe, die auf ihrer Wanderschaft im Dschungel versehentlich das Versteck eines annamitischen Warlords entdeckt hat und somit zwischen gastlicher Gefangenschaft oder Tod hin und her pendelt; mit minutiöser Genauigkeit beschreibt der Autor den psychischen Prozeß der Gewissensqualen eines französischen Soldaten, der desertiert ist. Das übergreifende Thema aller dieser Erzählungen aber ist die Entfernung zwischen Traum und Wirklichkeit, die die Droge Opium ihren Adepten gewährt.
Zumindest dieser deutschen Ausgabe der 1895 im französischen Original erschienen Erzählungen von Jules Boissiere kann Rolf Vollmann nicht viel abgewinnen. Der Autor lebte den größten Teil seines Lebens in Indochina und wurde dort selbst zum Opiumraucher, erklärt der Rezensent, der an den Erzählungen, die überwiegend in Tagebuch- oder Memoirenform von Opium rauchenden Protagonisten erzählten, vor allem den andauernden Opiumkonsum hervorhebt. Wenn sich der französische Autor in einem ebenfalls in dem Band enthaltenen Kurzroman von dieser Form löst und über einen "wahnsinnige gebildeten" Fürsten und seine dekadente Liebe zu einer Schauspielerin schreibt, die er am Ende umbringt, "wird es für ihn sehr schwierig", notiert Vollmann, der sich für diese Art der "Dekadenzliteratur- und Jugendstilimitation" nicht erwärmen kann. Seine Ablehnung rührt zu einem guten Teil wohl auch von der deutschen Übersetzung her, deren fehlerhafte Syntax er beklagt.
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