Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2001
Jochen Hieber ist begeistert, dass hier ein Text zu Gehör gebracht wird, den es gedruckt gar nicht gibt "und wohl nie geben wird". Denn das Fragment wurde auf Thelens eigenen Wunsch vernichtet, wie der Leser erfährt. Die Aufnahme, ein Mitschnitt während einer Lesung, hat den Rezensenten durchaus amüsiert: mal klingelt ein Telefon im Hintergrund, mal wird gehustet oder gelacht, und mal verhaspelt sich Thelen, was der Aufnahme nicht nur Charme, sondern auch "unwiderstehliche Authentizität" verleihe. Der Text selbst jedoch, gibt Hieber zu, ist "literarisch indes über weite Strecken bestenfalls skurril". Es geht um Flucht während der Nazi-Diktatur, erläutert Hieber, doch Thelens literarische Mittel reichten hier seiner Ansicht nach nicht aus, um daraus etwas Beeindruckendes zu machen. Zu oft gleite Thelen in "bemüht heitere Banalität" oder gar "Putzigkeit" ab. Kein Wunder also, dass Thelen dieses Fragment niemals veröffentlichen wollte, so Hieber.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Ben Lerner: Transkription Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…