"Schmutzige Hände" sind ein Bild für ein menschliches Verhaltensmuster, das in einer bestimmten Konfliktsituation auftreten kann. Dabei erkennt ein Mitglied einer Organisation, dass die Leistung der Organisation den Anforderungen nicht mehr entspricht. Wenn sich das Organisationsmitglied dafür entscheidet, die intern aufgestellten Regeln zum Zwecke der Zielerreichung der Organisation zu brechen, macht er sich dadurch "die Hände schmutzig". Er bricht akzeptierte Regeln für ein höheres Ziel. Albrecht Söllner demonstriert, dass eine Erklärung des institutionellen Wandels aber auch der institutionellen Stagnation ohne eine Berücksichtigung des Verhaltensmusters der "schmutzigen Hände" unvollständig bleibt. Daraufhin integriert er dieses Verhalten in eine Typologie von Verhaltensmustern, mit denen Menschen auf Regeln reagieren, die als ungeeignet gelten. Den entscheidenden Ansatzpunkt für ein Verständnis des institutionellen Wandels bietet nach Söllner das als Organisationsmitglied handelnde Individuum.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2000
Was eigentlich ist ein "institutioneller Misfit"? Gerd Roellecke weiß es, denn er hat Söllners Buch gelesen: Ein "institutioneller Misfit" - das ist jemand, der sich die Hände schmutzig macht, weil ihm beispielsweise sein Autohändler für den Neuwagen zu viel abknöpfen will, und der dadurch, ohne es zu wissen freilich, die gesellschaftliche Entwicklung vorantreibt. Das passiert doch jedem mal? Genau. Und deshalb können wir hier auch was über uns lernen. Zumal die Grafiken, Tabellen und Schemata in diesem Buch besonders gut gelungen sind, wie Roellecke versichert. Schemata wozu? Das hätten wir noch gern gewusst.
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