Herausgegeben von Gerhard Krumeich und M. Rainer Lepsius in Zusammenarbeit mit Birgit Rudhard und Manfred Schön. Der neue Briefband 1915 bis 1917 enthält Max Webers politische Äußerungen zum Ersten Weltkrieg sowie persönliche Trauerbekundungen an Verwandte und Bekannte, die Angehörige im Krieg verloren haben. Webers Reflexionen über den Kriegsverlauf, über die Annexionspolitik und den verschärften U-Boot-Krieg, aber auch über eine mögliche Nachkriegsordnung Deutschlands bilden eine pointierende Ergänzung zu den politischen Schriften und Reden, die im Band I/15 "Zur Politik im Weltkrieg" ediert sind. Die insgesamt 431 Briefe geben einen vertieften Einblick in die persönlichen Lebensumstände, die politischen Bestrebungen und die wissenschaftlichen Arbeiten. Die Umbrüche von 1918 kündigen sich bereits an.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2008
Mit enormem Fleiß und auch (bezahltem) Aufwand sucht und sammelt der Herausgeber Hartmut Schön seit Jahrzehnten Texte und Briefe des Soziologen Max Weber für die Max-Weber-Gesamtausgabe (MWG) zusammen. Hier nun liegen die von Weber geschriebenen (keine an ihn adressierten) Briefe aus den Kriegsjahren von 1915 bis 1917 vor, rund 450 insgesamt. Nicht alles davon ist von besonderem Interesse, eine Reihe kurzer verlagsgeschäftlicher Notizen sind auch darunter, erfahren wir. Der rote Faden aber sind Webers Kommentare zur Kriegspolitik. Und die findet der Rezensent, der Historiker Gregor Schöllgen, außerordentlich interessant. Und zwar fast mehr noch zeithistorisch als biografisch. Deshalb hat Schöllgen, den etwa die Einleitung nicht sonderlich überzeugt, den Band mit großem Interesse gelesen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2008
Sehr interessiert hat Stefan Breuer die Briefe Max Webers aus den Kriegsjahren 1915 bis 1917 gelesen, wenn auch mit einigem Befremden. Das ist zum einen die Begeisterung für den Krieg, den Weber als "unerhört groß und wunderbar" feiert, an dem er selbst wegen seiner Untauglichkeit aber nicht teilnehmen kann. Auch Todesnachrichten von Verwandten und Bekannten können ihn in seiner Begeisterung nicht erschüttern, wie Breuer geradezu augenrollend vermerkt. Seinen Aktivismus kann Weber erst ab dem 1917 ausleben, mit seinen Texten für die Frankfurter Zeitung. Auch wenn in dieser Zeit einige der interessantesten Aufsätze zu den "politischen Defiziten des Kaiserreichs" entstanden sind, wie Breuer befindet, wundert sich der Rezensent doch über Weber Einschätzung von Reichskanzler Bethmann Hollweg, den er so "leichten Herzens" preisgebe und sich stattdessen Hindenburg zuwende. Auch privat kann Rezensent Breuer nur eingeschränkt Positives aus dieser Lebensphase Webers berichtet: In seinem Liebeslieben tut sich endlich was, wenn auch nur eine recht "onkelhafte" Beziehung zu der 16 Jahre jüngeren Pianistin Mina Tobler.
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