Max Weber

Briefe 1915 - 1917

Max Weber Gesamtausgabe. Band II/9
Cover: Briefe 1915 - 1917
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2008
ISBN 9783161494819
Gebunden, 978 Seiten, 344,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Gerhard Krumeich und M. Rainer Lepsius in Zusammenarbeit mit Birgit Rudhard und Manfred Schön. Der neue Briefband 1915 bis 1917 enthält Max Webers politische Äußerungen zum Ersten Weltkrieg sowie persönliche Trauerbekundungen an Verwandte und Bekannte, die Angehörige im Krieg verloren haben. Webers Reflexionen über den Kriegsverlauf, über die Annexionspolitik und den verschärften U-Boot-Krieg, aber auch über eine mögliche Nachkriegsordnung Deutschlands bilden eine pointierende Ergänzung zu den politischen Schriften und Reden, die im Band I/15 "Zur Politik im Weltkrieg" ediert sind. Die insgesamt 431 Briefe geben einen vertieften Einblick in die persönlichen Lebensumstände, die politischen Bestrebungen und die wissenschaftlichen Arbeiten. Die Umbrüche von 1918 kündigen sich bereits an.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.11.2008

Mit enormem Fleiß und auch (bezahltem) Aufwand sucht und sammelt der Herausgeber Hartmut Schön seit Jahrzehnten Texte und Briefe des Soziologen Max Weber für die Max-Weber-Gesamtausgabe (MWG) zusammen. Hier nun liegen die von Weber geschriebenen (keine an ihn adressierten) Briefe aus den Kriegsjahren von 1915 bis 1917 vor, rund 450 insgesamt. Nicht alles davon ist von besonderem Interesse, eine Reihe kurzer verlagsgeschäftlicher Notizen sind auch darunter, erfahren wir. Der rote Faden aber sind Webers Kommentare zur Kriegspolitik. Und die findet der Rezensent, der Historiker Gregor Schöllgen, außerordentlich interessant. Und zwar fast mehr noch zeithistorisch als biografisch. Deshalb hat Schöllgen, den etwa die Einleitung nicht sonderlich überzeugt, den Band mit großem Interesse gelesen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2008

Sehr interessiert hat Stefan Breuer die Briefe Max Webers aus den Kriegsjahren 1915 bis 1917 gelesen, wenn auch mit einigem Befremden. Das ist zum einen die Begeisterung für den Krieg, den Weber als "unerhört groß und wunderbar" feiert, an dem er selbst wegen seiner Untauglichkeit aber nicht teilnehmen kann. Auch Todesnachrichten von Verwandten und Bekannten können ihn in seiner Begeisterung nicht erschüttern, wie Breuer geradezu augenrollend vermerkt. Seinen Aktivismus kann Weber erst ab dem 1917 ausleben, mit seinen Texten für die Frankfurter Zeitung. Auch wenn in dieser Zeit einige der interessantesten Aufsätze zu den "politischen Defiziten des Kaiserreichs" entstanden sind, wie Breuer befindet, wundert sich der Rezensent doch über Weber Einschätzung von Reichskanzler Bethmann Hollweg, den er so "leichten Herzens" preisgebe und sich stattdessen Hindenburg zuwende. Auch privat kann Rezensent Breuer nur eingeschränkt Positives aus dieser Lebensphase Webers berichtet: In seinem Liebeslieben tut sich endlich was, wenn auch nur eine recht "onkelhafte" Beziehung zu der 16 Jahre jüngeren Pianistin Mina Tobler.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…