Kein anderes Land steht bei den Vereinten Nationen so oft am Pranger wie Israel. Der UN-Menschenrechtsrat etwa hat den jüdischen Staat in seinen Resolutionen häufiger verurteilt als alle anderen Länder dieser Welt zusammen. Auch die Generalversammlung der UNO beschäftigt sich in ihren Diskussionen weitaus öfter mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten als etwa mit Syrien oder dem Iran. Die für Bildung, Wissenschaft und Kultur zuständige UNESCO verabschiedet am laufenden Band Resolutionen, in denen die historischen Bezüge des Judentums zum Land negiert werden. Und das sind nur einige Beispiele von vielen. Grund genug, der Frage nachzugehen: Wie halten es die Vereinten Nationen mit Israel? Und wäre ein Teilungsbeschluss, wie ihn die UNO 1947 verabschiedete, heute überhaupt noch denkbar?
Rezensent Frederik Schindler hat aus "Vereinte Nationen gegen Israel" gelernt, dass Antiisraelismus "tief in die UN-Strukturen eingewoben ist": Beispielsweise habe der UN-Menschenrechtsrat Israel seit seiner Gründung in länderspezifischen Resolutionen 62 Mal verurteilt, während alle anderen Staaten zusammen hier insgesamt nur 55 Mal sanktioniert wurden. Entsetzt stellt der Kritiker fest, dass die Fakten, die die Autoren gründlich recherchiert und zusammengetragen haben, tatsächlich darauf hinweisen, dass seit den Siebzigern systematisch eine "antiisraelische Infrastruktur" in die UN-Organisationen eingepflanzt wurde, begünstigt durch Faktoren wie die Entstehung neuer Staaten und die zunehmende Anerkennung der Palästinensischen Befreiungsorganisation. Für den Rezensenten haben die Autoren die komplexen Zusammenhänge glasklar und spannend darlegen können und damit einen Weckruf verfasst.
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