"War ein eher ruhiger Tag: 68 Mails im Eingang, 45 geschrieben. Ich mach den Rechner aus, zieh meine Jacke an, stell mich in den Aufzug und denke: 'Harakiri. Gute Nacht, du schöne Welt.'" Alex Rühle ist ein erfolgreicher Journalist, er kommt ganz schön rum, ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder und er ist süchtig. Er ist ein Internet-Junkie. Kein Extremfall, nicht mal die Ausnahme. Er ist gerade so abhängig wie Sie und ich es sind, nur dass wir es nicht immer wissen. Doch Alex Rühle weiß es und macht Ernst: Ein halbes Jahr wird digital gefastet, und das Leben als Journalist und Vater muss offline weitergehen. Dabei ist das Porträt einer Zeit entstanden, in der alles immer schneller geht und man doch keine Zeit hat, und in der das Allein-Sein zur Tortur geworden ist.
Als "warmherziges, lebenskluges und sehr persönliches Tagebuch einer Entwöhnung" hat Stefan Beuse im Lauf seiner Lektüre das Buch des SZ-Redakteurs über seinen Selbstversuch schätzen, ja, fast lieben gelernt, in dem es um den Verzicht auf Internet und Smartphone geht. Das Buch beginne mit dem fahrigen Charme eines rasch herausgehauenen Blogs, werde aber immer ruhiger, sicherer und konzentrierter. Dabei mochte Beuse besonders Alex Rühles fein beobachtete Szenen und seine "schönen Sentenzen". Auch findet er die Tipps für einen persönlichkeitskompatiblen Internetgebrauch am Ende sehr sinnvoll.
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