Die Wege des Konservatismus in Deutschland nach 1945 sind versteckt. Freigelegt werden sie erst durch den Blick auf die überragenden Protagonisten selbst. Caspar von Schrenck-Notzing gehört zu den zentralen Köpfen dieser Denk- und Lebensrichtung, die in der jungen Bundesrepublik begann, sich neu zu formieren. Die Biographie Schrencks ist der rote Faden durch den Wiederaufstieg des Konservatismus zu einer intellektuellen und politischen Kraft in Deutschland. Caspar von Schrenck-Notzing (1927-2009) entstammt einer alten Münchner Familie. Als Intellektueller wurde er in der Bonner Republik zu einer der tonangebenden konservativen Stimmen, die bis heute bedeutend sind. Schrenck sammelte und organisierte - angefangen von der Nachkriegszeit bis weit hinein in die Berliner Republik - das konservative Denken in Deutschland und trug wesentlich dazu bei, den Konservatismus als geistig-kulturelle Bewegung politisch wieder schlagkräftig zu machen. Als Autor von sechs Büchern, Herausgeber der Zeitschrift Criticón und Instituts-Gründer schuf er Säulen konservativen Denkens. Wesentlich trug Schrenck auch zur internationalen Vernetzung des Konservatismus - insbesondere zwischen Deutschland, den USA und Großbritannien - bei. Er ist als Vordenker, aber vor allem als organisatorischer Kopf einer der zentralen Akteure des jüngeren deutschen Konservatismus - und der politischen Rechten als Ganzes. Schrencks vielschichtiges Wirken wird in diesem Buch zum ersten Mal biographisch erforscht und minutiös rekonstruiert.
Ein interessantes Buch über Caspar von Schrenck-Notzing, einen prägenden rechten Denker in der Bundesrepublik nach 1945, legt Alexander Eiber laut Rezensent Thomas Wagner hier vor. Schrenck-Notzing wird als jemand dargestellt, dessen Lebenslauf in manchen Details - Studienabbruch zum Beispiel - dem eines Linken seiner Generation gleicht, der jedoch von Anfang aus rechter Perspektive gegen die amerikanische Besatzung, Parteiendemokratie und Ähnliches anschrieb. Eiber zeichnet nach, wie Schrenck-Notzing zu einem wichtigen rechten Netzwerker wurde, wobei dessen teils intensive Kontakte zur NPD in den 1960ern, findet Wagner, etwas heruntergespielt werden. Genau wie Eiber nur sehr nebenbei darauf eingehe, dass Schrenck-Notzing in mancher Hinsicht als Vorgänger Götz Kubitscheks bezeichnet werden kann. Dennoch lernt man, so das Fazit, viel über die politischen Debatten der Bundesrepublik in diesem Buch, etwa auch in den Passagen, die sich mit Schrenck-Notzings rechtskonservativer Zeitschrift "Criticon" beschäftigen.
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