Die globale Rechte
Geschichte, Erfolgsbedingungen, Auswirkungen

C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN
9783406830181
Paperback, 143 Seiten, 12,00
EUR
Klappentext
Der Aufstieg der Rechten weltweit Ursachen und Auswirkungen Parteien und Bewegungen der radikalen und extremen Rechten sind auf Erfolgskurs. Sie gewinnen Wahlen, bilden Regierungen und beeinflussen öffentliche Debatten. Rechtspopulistische Parteien, die vordergründig die Demokratie bejahen, ebnen Themen und Akteuren der äußersten Rechten den Weg in Institutionen und Diskurse. Dort, wo sie an der Macht sind, werden die Demokratie und der Rechtsstaat in Mitleidenschaft gezogen. Der Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky zeichnet die Geschichte der Rechten nach dem Zweiten Weltkrieg nach, erläutert die Ursachen für ihre neuerlichen Erfolge und erörtert ihre Auswirkungen auf die Demokratie.
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2025
Einen klaren Blick auf die Entstehung und Bedeutung rechter Parteien auf der ganzen Welt wirft Marcel Lewandowskys laut Rezensentin Laura Gabler: Der Politikwissenschaftler schafft es, auf wenig Raum viel Information zu vermitteln, zum Beispiel mithilfe von Tabellen, die Begriffe wie Rechtspopulismus und Rechtsextremismus voneinander abgrenzen. Historisch blickt Lewandowsky auf die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zurück, erklärt die Kritikerin, die Krisen der neuen Demokratien und der Wegfall der Monarchie schaffte damals Raum für autoritäre Bestrebungen, die sich gegen Pluralismus wenden und der Ungleichheit das Wort reden. Nach 1945 schien die Sache erst einmal erledigt, aber tatsächlich, zeigt Lewandowsky, vernetzten sich die rechten Akteure schnell wieder und verbreiteten sich über den Globus, ab den siebziger Jahren gewann die Neue Rechte an Einfluss. Heute lässt sich nachweisen, dass rechte Parteien in vielen Ländern die Politik bereits in ihrem Sinne umgeformt haben. All das wird vom Autor genau und ohne alarmistische Rhetorik beschrieben, was das Buch, findet die Rezensentin, nützlich macht für einen Blick auf unsere Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.07.2025
Rezensent Tanjev Schultz schaut sich gleich vier Bücher an, die Antworten auf die Frage liefern, warum Rechte in vielen Ländern erstarken. Zunächst nimmt er sich das Buch des Politikwissenschaftlers Marcel Lewandowsky vor: dessen Stärken sieht er im komparativen Ansatz, den Lewandowsky verfolgt: Er stellt heraus, dass die "nationalistische Internationale" sich vor allem über "Rassismus, Antisemitismus und Antifeminismus" und die Ablehnung dessen, was sie selbst als Elite sehen, einig ist. Er warne Altparteien davor, die Talking Points der Rechten zu übernehmen, dies habe sich als wenig erfolgsversprechend erwiesen. Der Journalist Andreas Speit zeigt ihm, dass der Extremismus schon weit in die Gesellschaft vorgedrungen ist und sich geistesgeschichtlich oft auf Ideen der Romantik bezieht, die dann völkisch vereinnahmt werden. Schultz hätte sich allerdings noch stärker dafür interessiert, wie sich das mit den tech-libertären Positionen etwa von Alice Weidel verträgt. Für Schultz sind alle Bücher eine Warnung, nicht zuzulassen, dass Demokratien zu autokratischen Staaten werden.