Gerhard Paul

Die Bundesrepublik

Eine visuelle Geschichte
Cover: Die Bundesrepublik
WBG Theiss, Darmstadt 2023
ISBN 9783806246155
Gebunden, 598 Seiten, 60 EUR

Klappentext

Mit 500 farbigen Abbildungen. Geschichte produziert Bilder, Bilder machen Geschichte. Denken wir an deutsche Geschichte der letzten 75 Jahre, so stürzt kaleidoskopartig eine Bilderwelle über uns zusammen: Von den grauen Trümmerbildern der Nachkriegszeit und der betonten Bescheidenheit der Bonner Republik über die schrille Buntheit der 60er- und 70er-Jahre bis zur neu gestalteten Berliner Hauptstadt und der Diversität unseres heutigen Landes. Ohne die medialen Bilder zu begreifen, können wir auch unsere Geschichte nicht verstehen. In drei großen Blöcken schreibt Gerhard Paul, Altmeister der Visual History, die Bildgeschichte der letzten 75 Jahre: Bonner Republik - Berliner Republik - Ampelrepublik. Was sind die Bilder, die unsere Geschichte repräsentieren? Wie präsentierte sich die deutsche Politik, die sich wandelnde Gesellschaft? Was prägte unser visuelles Gedächtnis?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2024

Gerhard Paul hat als Flensburger Professor lange zu "Visual History" geforscht, weiß Rezensent Johan Schloemann, in diesem mit vielen Bildern ausgestatteten Band setzt er sich mit der "Macht des einzelnen Bildes" auseinander. Schloemann überzeugen eher die Passagen, in denen es um schockierende und ins kollektive Gedächtnis eingebrannte Bilder zum Beispiel von der RAF geht. Je näher Paul der Gegenwart kommt, desto beliebiger und "diffuser" scheinen dem Kritiker die Bilder - zwar erörtert der Autor selbst diesen "Medienwandel", trotzdem steht die Statik des Mediums Buch zur zunehmenden Flüchtigkeit der Bilder schon arg im Kontrast. Pauls Kritik an politischer Korrektheit kann der Kritiker nicht ganz ernst nehmen, nichtsdestotrotz sieht er hier ein "imposantes Kompendium" mit vielen klugen Analysen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2023

Rezensent Rene Schlott vermisst in Gerhard Pauls visueller Geschichte der Bundesrepublik Deutschland der vergangenen 75 Jahre nicht nur ein bilanzierendes Schlusskapitel, sondern auch die Diskussion "bildethischer Fragen". Mit der Folge, dass der Autor mit den Entführungsfotos von Schleyer und Lorenz unfreiwillig die RAF-Propaganda "perpetuiert", wie Schlott feststellt. Davon abgesehen aber bieten die versammelten Bilder aus Filmen, Illustrierten und aus dem Internet laut Rezensent die Chance, vom Bild auf den Kontext und umgekehrt zu schließen und Bildwirkungen und ihren flow anschaulich zu machen. Stark findet Schlott vor allem die erste Zeit der Bundesrepublik im Bild gespiegelt. Die politisch orientierte Abschnitt-Unterteilung im Buch überzeugt ihn allerdings weniger, da die Bilder anderen Gesetzen folgen.
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