Die Erzählungen dieses Bandes berichten über Bukowiner Juden während und vor allem nach der Deportation, von ihren inneren Folgen, dem in der alten Heimat nicht wieder heimisch werden können und der Fremde. In den Protagonisten wird noch einmal die altösterreichisch-deutsch-jüdische Welt sichtbar, aus der auch Rose Ausländer und Paul Celan stammten und die es in dieser besonderen Ausprägung nirgends anders gab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2011
Walter Hinck stellt Alexander Spiegelblatt als einen der letzten Erzähler jiddischer Sprache vor. Alle Erzählungen, so der Rezensent, beschwören die Welt der durch Österreich geprägten Bukowina herauf, und in manchen Erzählungen spüre man, wie tief die jüdische Kultur mit der deutschen verbunden war, etwa wenn in Naturschilderungen ein Eichendorff-Ton hindurchschimmert oder wenn auf Rainer Maria Rilke angespielt wird. Besonders interessant fand Hinck die Erzählung "In Tewjes Stiefeln", in der Spiegelblatt Motive eines anderen jiddischen Dichters, Scholem Alejchem, aufgreift, dessen "Tewje der Milchmann" durch das Musical "Fiddler on the Roof" weltberühmt wurde.
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