Wir leben in einem Zeitalter der Beliebigkeit und Selbstsucht. Überall gilt "ich zuerst", alles ist erlaubt, jeder will sich selbst optimieren, so wird übertrumpft, gedrängelt, auf Facebook gepöbelt. Doch auf diese Weise wird unser Zusammenleben höchst unangenehm, und wir steuern geradewegs in den Untergang. Alexander von Schönburg plädiert für mehr Anstand, für Werte und Tugenden, die lange altmodisch erschienen und heute wieder aktuell sind. Dem "anything goes" der hedonistischen Gesellschaft stellt er die neue Ritterlichkeit gegenüber. Denn nobles Verhalten macht das Leben erst schön.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 22.11.2018
Rezensent Jens Jessen wehrt ab: Ein Ratgeber ist Alexander von Schönburgs Buch nicht. Für Jessen tritt der Autor an gegen Seelebaumelnlassen und einen modischen Anstandsbegriff. Was er dagegen ins Feld führt, ist für Jessen klar erkennbar: christliche Tugend und Moraltheologie in der Tradition der Antike und des mittelalterlichen Rittertums. Mit Seneca, Rawls und Kierkegaard streitet der Autor gegen die Konsensgesellschaft, raffiniert, unzeitgemäß, meint Jessen. Auch ohne die religiöse Seite eine treffende Analyse des heutigen Weltbild, findet er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.11.2018
Christian Mayer lernt von Alexander von Schönburg, anständig und bescheiden zu sein, als Adliger freilich, denn mit anderen Gesellschaftsschichten kennt sich der Autor nicht aus. Glaubwürdig wird der Autor für Mayer dadurch, dass er als junger Mann mal ordentlich geflunkert hat. Und charmant plaudern kann Schönburg auch, versichert der Rezensent. Dass der Tugendberg im Buch ein bisschen zu steil ist und Haltung nicht lässig zu haben ist, sondern Konsequenz erfordert, sind weitere Lehren, die Mayer aus der Lektüre zieht.
Tilman Krause ist Alexander von Schönburgs Lässigkeit erlegen. Die liegt für den Rezensenten im Verzicht auf Gejammer angesichts des Verfalls der Sitten, wie sie ein Graf wie der Autor noch mit Löffeln geschluckt haben muss. Als geradezu umstürzlerisch bezeichnet Krause das Buch gegen die "grassierende Verpöbelung", weil es die Opferrolle von sich weist und stattdessen mit Witz und Sinn für Pointen, wie er feststellt, die Formel "Selbst ist der Mann" mit gutem altem popkulturellen Duktus durchdekliniert. Askese, Opferbereitsschaft und vor allem die Sehnsucht nach Gott preist der Autor laut Rezensent auf anregende Weise.
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