Die DDR ist vor zwanzig Jahren untergegangen. Und doch will sie nicht verschwinden das Gedankengut und die Ideale des sozialistischen Staates leben im vereinten Deutschland in beängstigender Weise fort. Uwe Müller und Grit Hartmann zeigen, wie die mangelnde Aufarbeitung der SED-Diktatur dazu beigetragen hat: Der Rechtsstaat war unfähig, die Staatsverbrechen der DDR zu ahnden, nur vierzig Täter wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die politischen Häftlinge hingegen haben nie eine angemessene Entschädigung erhalten. Gleichzeitig nehmen ehemalige SED-Funktionäre, CDU-Blockflöten und Stasi-Spitzel wieder Schlüsselpositionen in Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Medien ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2009
Recht harsch gehen die Autoren dieses Buchs gegen die mangelnde Aufarbeitung des DDR-Unrechts vor, und lassen dabei nichts und niemanden aus, der "irgendwie mit der DDR zu tun hatte", wie Rezensent Dirk Klose schreibt, der vor so viel Furor ein wenig in deckung geht. Dabei scheint ihm das Anliegen von Uwe Müller und Grit Hartmann nicht unsympathisch, gegen die allgemeine "Vergesslichkeit und Fahrlässigkeit" daran zu erinnern, wie gut die DDR-Eliten in der Bundesrepublik in Politik, Medien, Sport und öffentlichem Dienst untergekommen sind. Aber wenn dann selbst die Birthler-Behörde zur "Zensurinstanz" und die DDR quasi als "Staat im Staate" wiederauflebt, wird das dem Rezensenten zu polemisch.
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