Alexander von Sobeck kennt als Leiter des ZDF-Studios Paris die Hintergründe und Auswirkungen dieser Krise aus unmittelbarer Anschauung. Mit feiner Ironie, aber auch Klarsicht schildert er eine Gesellschaft zwischen provinzieller Idylle und Großmachtillusionen, politischer Sklerose und sozialem Aufbegehren, Staatsaffären und Vorstadtrevolten. Er porträtiert die Mächtigen und Ohnmächtigen, schildert Chiracs Niedergang und den Kampf um die Präsidentennachfolge und berichtet eindringlich über die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen und Zuwanderer in den Banlieues. Bei aller Kritik und scharfsichtigen Analyse bleibt sein Buch doch die Liebeserklärung an ein Land, das längst vom Erbfeind zum Vorzugspartner der Deutschen geworden ist.
Vor Wut schäumend wirft Rezensent Michael Mönninger dieses Buch in die Ecke. "Kalauernd wie ein schlechter Reiseleiter" habe Alexander von Sobeck hier lauter "altbackene Gemeinplätze", "tausendfach widerlegte Gerüchte" und schlimmste Franzosenklischees versammelt, und zwar "ereignisfern wie ein Kalenderblattautor" - und unverschämt wie ein Pauschaltourist. An diesem Buch findet Mönninger so ziemlich alles peinlich, außer einem Kapitel über französische Staatsbetriebe. Doch das sei ohne Quellenangabe aus einer Wirtschaftsreportage der ZEIT abgeschrieben. So steht für den Rezensenten nicht so sehr die Frage im Raum, ob Frankreich noch zu retten ist. Diese Frage müsse man eher an Autor und Verlag richten, die dieses schlampige, den Zitaten des Rezensenten nach zu urteilen, fast schon rassistische und sexistische Buch zu verantworten hätten.
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