Bruno Le Maire war in den Hinterzimmern der Macht dabei: Der frühere Landwirtschaftsminister Frankreichs hat die Welt bereist, Nicolas Sarkozy bei Staatsbesuchen begleitet oder mit ihm Gäste im Élysée-Palast empfangen. Er ist in Washington, Moskau und Freiburg, in Addis Abeba, Neu Delhi, Brüssel und in der französischen Provinz gewesen. Sein Buch wirft ein neues Licht auf Ereignisse der jüngsten Zeitgeschichte: die Finanzkrise, Fukushima und den arabischen Frühling. Le Maire ist kein Expolitiker oder verbitterter Außenseiter, sondern ihm wird eine glänzende politische Zukunft vorausgesagt - und er ist ein Chronist unübersichtlicher Zeiten. Für den Leser hält sein Buch viel bereit: Es lässt uns den politischen Betrieb verstehen und gibt Einblicke in Gespräche, Verhandlungen und Auseinandersetzungen.
Bruno Le Maire ist in Frankreich einer der politischen Hoffnungsträger der Rechten, aber auch Zeuge ihres Verfalls unter Sarkozy, weiß Georg Blume. Einst war er Landwirtschaftsminister, jetzt ist er nur noch Parlamentarier - dass er sich damit zufrieden geben wird, glaubt der Rezensent aber kaum. In seinem Buch "Zeiten der Macht" - das eigentlich der dritte Teil einer Trilogie ist, wie Blume verrät - schildert Le Maire das Treiben in der Spitze der Politik aus nächster Nähe, und zwar mit erstaunlich wenig Zurückhaltung, berichtet der Rezensent, der angesichts dieser Freimütigkeit etwas neidisch auf den Politiker wird, Journalisten hätten es da schwerer, meint Blume. Die Quintessenz des Buches: in der deutsch-französischen Ehe kriselt es gehörig, immer geringer wird die Rücksicht der deutschen Politiker auf Frankreich in den europäischen Fragen, eine Rücksicht, auf die man in Frankreich aber leider längst angewiesen ist, erfährt Blume. Langfristig ist das gefährlich, weil Frankreichs Interesse an Europa an die enge und ebenbürtige Verbindung zu Deutschland gekoppelt ist - eine Warnung, die pünktlich zu den Europawahlen kommt, erinnert der Rezensent.
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