Infolge einer Reihe von Anschlägen in Xinjiang 2014 errichtete die chinesische Regierung in den letzten Jahren dort ein riesiges Netz von Straflagern für ethnische Minderheiten, vorwiegend muslimische Uiguren und Kasachen. 2017 gerät die Staatsbeamtin und Direktorin mehrerer Vorschulen Sayragul Sauytbay selbst in die Mühlen des chinesischen Unterdrückungsapparates, wird mehrmals verhört und schließlich in ein Umerziehungslager gesteckt, wo sie ihren Mitgefangenen von morgens bis abends die chinesische Sprache, Kultur und Politik beibringen muss. Die Bedingungen sind unmenschlich: Gehirnwäsche, Folter und Vergewaltigung, dazu erzwungene Einnahme von Medikamenten, die die Inhaftierten apathisch macht oder vergiftet. 2018 kommt Sayragul Sauytbay 2018 wieder frei und flieht nach Kasachstan. Seitdem sieht sie es als ihre Aufgabe an, der Welt Zeugnis abzulegen von den chinesischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2020
Julia C. Schneider zeigt sich schockiert über die Verhältnisse in chinesischen Umerziehungslagern, wie sie die ehemalige Ärztin und Lehrerin Sayragul Sauytbay in Zusammenarbeit mit Alexandra Cavelius in ihrem Buch schildert. Die Autorin war als Zugehörige der kasachischen Minderheit selbst in Lagerhaft, wurde bedroht und drangsaliert und schließlich ins schwedische Exil getrieben. Das Buch erzählt Sauytbays Biografie und schildert die Diskriminierungen durch der chinesischen Regierung, denen die Autorin und ihre Familie über Jahre hinweg ausgesetzt waren, erklärt Schneider.
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