In der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang ist in den vergangenen Jahren eine Dystopie Wirklichkeit geworden: Die muslimischen Uiguren werden dort mit allen Möglichkeiten des Digitalzeitalters erfasst und überwacht. Etwa eine Million Menschen sind monatelang in "Umerziehungslagern" interniert, wo Folter, Zwangsarbeit und Gehirnwäsche an der Tagesordnung sind. Gleichzeitig werden Moscheen geschlossen, religiöse Feste untersagt, Baudenkmäler zerstört. Offensichtlich soll die kulturelle Identität des 15-Millionen-Volks ausgelöscht werden. Westliche Konzerne hält das nicht davon ab, in Xinjiang produzieren zu lassen. Philipp Mattheis' aufrüttelndes Buch erzählt von den Schicksalen Betroffener und klärt über die Hintergründe des Geschehens auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2022
Ein hochaktuelles und wichtiges Buch legt der frühere China-Korrespondent Philipp Mattheis mit diesem Report vor, der die Unterdrückung der Uiguren in Xinjiang nachzeichne, wie Rezensentin Julia Schneider erklärt: Überwachungstechnologie und Assimilierungspolitik, Diskriminierung und Internierung, Folter und Vergewaltigung, Sterilisierungen und Zwangsadoptionen. Besonders beeindruckt die Rezensentin, wie Mattheis einerseits das individuelle Leid der Betroffenen verdeutlicht und andererseits aufzeigt, warum die deutsche Politik noch immer nicht angemessen auf diese Verbrechen reagiert: Die Lobbypolitik der deutschen Autopolitik übe erheblichen Druck auf die Berliner Politik aus, vor allem auch indem sie die Abhängigkeit der deutschen Industrie von chinesischen Märkten übertreibe.
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