Xinjiang - eine Region im Spannungsfeld von Geschichte und Moderne

Beiträge zu einer Debatte
Cover: Xinjiang - eine Region im Spannungsfeld von Geschichte und Moderne
LIT Verlag, Münster 2024
ISBN 9783643251367
Broschiert, 520 Seiten, 59,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Georg Gesk, Thomas Heberer, Norman Paech, Monika Schädler und Helwig Schmidt-Glintzer. Seit einigen Jahren ist Xinjiang zum Gegenstand einer weltweiten Debatte geworden, bei der Ethnizität und Menschenrechtsfragen im Vordergrund stehen. Der Vorwurf des Genozids wird erhoben. Mit diesem Band soll der Blick auf Xinjiang aus wissenschaftlicher Sicht geweitet werden. Einbezogen werden geschichtliche und geopolitische Hintergründe sowie neuere Erkenntnisse. Dabei kann der gesamte Xinjiang-Diskurs in den westlichen Medien nicht losgelöst von der allgemeinen China-Politik und der neuen "Systemrivalität" zwischen "dem Westen" und "den Autokratien" gesehen werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2024

Rezensent Björn Alpermann, selbst Professor für Sinologie in Würzburg, kritisiert diesen Band über die Lage der Uiguren in China, namentlich in Xinjiang. Was die Autoren auf Basis einer Reise nach Xinjiang beschreiben, folgt für Alpermann größtenteils der Sicht der Partei. Die Perspektive der Uiguren selbst kommt dabei zu kurz, meint er. Immer wieder entdeckt Alpermann im Band Euphemismen, etwa, wenn der Sinologe Heberer davon spricht, dass Vorschläge zur Gleichbehandlung der Uiguren "unerhört" blieben. Diese Vorschläge wurden nicht nur nicht gehört, sie wurden "kriminalisiert" korrigiert der Rezensent. Und wenn der Rechtswissenschaftler Gesk die Repression als Teil des Wegs zur Rechtsstaatlichkeit fasst, kann Alpermann nur den Kopf schütteln. Vieles im Band sieht der Rezensent durch geleakte Dokumente und andere Quellen widerlegt, die die Autoren jedoch ignorieren. Dasss die Autoren Kritik an ihrer Sicht antizipieren, indem sie "chinafreundliche" Positionen in der Sinologe zu erklären versuchen, kann Alpermann nicht beschwichtigen.

Beliebte Bücher

Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…