Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.11.2000
Ramona Diefenbach bespricht in einer Sammelrezension mehrere Reisekochbücher. Dabei stellt sie fest, dass gerade die Küche bestätigt, dass Europa ein "ständig umbrochener Kulturacker" ist.
1) und 2) Michele Scicpolone: "Genießer unterwegs: Italien" und Georgeanne Brennan: "Genießer unterwegs: Frankreich" (beide Christian Verlag)
Großes Lob erntet die Reihe "Genießer unterwegs", in der bis jetzt zwei Bände erschienen sind. Die Rezensentin fühlt sich bei den Rezeptbeschreibungen an "Minnegesänge" erinnert, "deren Strophen Kaninchen oder Ente rühmen wie der Ritter seine Dame". Sie lobt die Ausstattung des Bandes und die auch für Laien nachvollziehbaren Rezepte. Zu den Vorzügen der Bände zählt sie weiter das ausführliche Glossar sowie die informativen Erläuterungen zu einheimischen Produkten, Spezialitäten und Sitten.
3) Alfons Schuhbeck: "Kulinarische Städtereise" (Zabert Sandmann)
Auch dieser Band findet das uneingeschränkte Lob der Rezensentin. Die Reise gehe von Barcelona über Marseille, Lyon und Florenz nach Venedig weiter durch Zürich, Wein, Prag und München bis nach Berlin. Jede Stadt werde mit den typischen Gerichten vorgestellt. Dabei unterschlage Schuhbeck auch keine "kulinarischen Tiefs" wie etwa Prag, wo man nur noch selten die berühmten Knödel finde. Die Rezepte, so Diefenbach, sind auf "Otto Normalverbraucher" abgestellt, womit wohl gemeint ist, dass auch Laien sie gut nachkochen können, denn die Rezepte selbst finden durchaus Lob: "Bei vielen Rezepten erscheint ein modernes Element," - Diefenbach führt als Beispiel "Kalbstafelspitz mit Apfelchutney" an - "das der Traditionsküche einen neuen Akzent gibt".
4) Udo Eckert: "Kulinarische Reisewege" (Südwest Verlag)
Etwas zurückhaltender ist die Rezensentin bei diesem Buch, das neben "regionaltypischem Essen" auch eine Geschichte der Regionen samt Erläuterungen zu "geologischen Strukturen" und "ökonomischer Ausrichtung" bietet. Die Rezepte findet Diefenbach zwar "reichlich ambitioniert", doch zum Glück finde man in dem Band auch Restaurants aufgeführt, wo man die vorgestellten Gerichte wohl besser genießen könne. Und so empfiehlt die Rezensentin das Buch eher als Reiseführer, denn als Kochbuch.
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