Alfred Döblin

Wallenstein

Roman
Cover: Wallenstein
Walter Verlag, Olten 2001
ISBN 9783530167146
Gebunden, 1022 Seiten, 88,00 EUR

Klappentext

Hrsg. v. Erwin Kobel. Ausgewählte Werke in Einzelbänden. Mitten im ersten Weltkrieg, als Militärarzt in Lothringen und im Elsass, begann Döblin dieses Epos des Dreißigjährigen Krieges zu schreiben und damit eine neue Vision der Geschichte zu gestalten. Die ungeheuerlichen Ereignisse dieser Zeit: die Schlachten und Belagerungen, die flutenden Armeen und Flüchtlingsströme, Triumph und Elend der Fürsten und Generäle, das Ringen der Großen um die Macht und die namenlosen Leiden der Völker, die Gestalten Maximilians von Bayern, Kaiser Ferdinands, Wallensteins oder Tillys - das alles ergibt ein farbenprächtiges historisches Gemälde, und wie ein Wasserfall von Figuren und Ereignissen flutet die Tragödie eines Zeitalters am Leser vorbei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2002

Eberhard Rathgeb gibt eine kleine Einführung in die Werkgeschichte dieses Döblin-Romans, der noch vor "Berlin Alexanderplatz" entstanden ist: ein Mammutroman von über 1000 Seiten, der 1920 in zwei Bänden im S. Fischer Verlag erschienen war, voller Druck- und Flüchtigkeitsfehler. Walter Muschg betreute die Neuausgabe des Romans in den 60er Jahren, die rund 2000 Abweichungen enthielt, so Rathgeb. Der Herausgeber der historisch-kritischen Ausgabe Erwin Kobel ist nun die Handschrift nochmals durchgegangen und erläutert die von ihm entdeckten Abweichungen in zahlreichen Wort- und Sacherklärungen. Die philologische Arbeit hat gelohnt, schreibt Rathgeb. In den Roman, der mit den Antagonisten Wallenstein und Kaiser Ferdinand II. die religiös-politischen Verwicklungen des 30-jährigen Krieges vor Augen führt, sei Döblins Zeit als Militärarzt im Ersten Weltkrieg eingeflossen: eine leidenschaftliche, rhythmische Sprache peitsche die Wirklichkeit des Krieges, der Gewalt, des Schmerzes hervor. Der Idee des Romans geschuldet seien kleine historische Abweichungen, erläutert Rathgeb, so dass er den Lesern vor der Lektüre die Konsultation einer der Geschichten des 30jährigen Krieges empfiehlt (Golo Mann, Ricarda Huch oder Friedrich Schiller). Dennoch: diesen "Wallenstein" unbedingt lesen, meint er.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.02.2002

In einer emphatischen, eingehenden und an historischen Exkursen reichen Rezension feiert Thomas Lehr die Neuausgabe von Döblins mehr als tausend Seiten umfassendes Mammutwerk "Wallenstein". Mehr als alle anderen Wallenstein-Autoren, befindet der Rezensent, lehre Döblin Ekel und Abscheu vor dem Krieg und seinen Treibern. Die Faszination, die Döblins "monumentaler Roman" auf den Rezensenten ausübt, ist durchweg spüren, etwa wenn er detailliert über Döblins Arbeitsweise spricht oder Döblins Erzähltechnik erläutert. Am meisten überzeugt Lehr an Döblins Roman das Zusammenfallen von "Sujet und Bauart, die Entsprechungen zwischen dem Gegenstand und der Methode des Kunstwerks". Für Lehr ist Döblins "Wallenstein" einer der "Höhepunkte des deutschen historischen Romans", vergleichbar etwa mit Hermann Brochs "Tod des Vergil" oder Thomas Manns Josef-Romanen. Ein großes Lob spendet der Rezensent auch dem Schweizer Germanisten Erwin Kobel für seine "enorme und präzise Arbeit" an der Neuausgabe des Romans, für eine Vielzahl von Textverbesserungen und insbesondere für seinen "verdienstvollen Anhang" mit Wort- und Sacherklärungen, "nützlichen" historischen Erläuterungen, Personenverzeichnis und Querverweisen zu anderen Werken Döblins.

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