Die Autobiografie des Theater- und Opernregisseurs Alfred Kirchner. Von abenteuerlich absurden Begebenheiten, vom Bombenangriff auf seine Geburtsstadt in Schwaben, vom Nazikind auf dem Weg in alle Welt, auch zu den Bayreuther Festspielen und den damit verbundenen Symposion aller wichtigen israelischen Musikwissenschaftler und Komponisten; von den politischen Kämpfen in Stuttgart (RAF, Filbinger-Affäre) bis zu seinen Bühnenarbeiten mit Abbado, Harnoncourt und Rattle erzählt Alfred Kirchner - immer die Waage haltend zwischen Abgründigem und wunderbar Komischem. Kirchners Helfer ist dabei der Mann von Pölarölara, den der Vierjährige erfunden hat, um sich gegen seine ältere Schwester zu behaupten. Anfangs nur vier Zentimeter groß, war er, dank seiner metallischen Härte, doch imstande, sich unter die Märklin-Eisenbahn zu werfen und sie zum Entgleisen zu bringen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2020
Rezensentin Grete Götze schaut mit Alfred Kirchner zurück auf ein erfülltes Theaterleben. Dass der Autor in seiner Autobiografie munter zwischen Anekdoten und Engagements an der Wiener Burg bei Peymann und als Assi bei Zadek hin- und herspringt, geht für sie in Ordnung. Geradezu froh scheint sie über die Harmlosigkeit der Erinnerungen, die keinem wehtun, wie sie feststellt. Stattdessen, so Götze, bleibt der Autor freundlich, doch unterhaltsam, erinnert sich "unprätenziös" an ein prätenziöses Milieu.
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