Alles begann mit einem Pflaster. Der Apotheker Paul Beiersdorf legte mit ihm 1882 den Grundstein für die heutige Beiersdorf AG. Sein Nachfolger Oscar Troplowitz baute die kleine Fabrik zu einem international agierenden Markenunternehmen aus, das vor dem Ersten Weltkrieg einen Großteil seines Gewinns in den USA erzielte. Dann wurde das US-Geschäft wegen des Kriegs konfisziert; Beiersdorf musste international neu beginnen. 1933 versuchte der Vorstand, das "jüdische" Unternehmen durch "Selbstarisierung" vor antisemitischen Angriffen zu schützen und die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die das NS-Regime bot, zu nutzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Beiersdorf erneut einen Rückschlag wie nach dem Ersten Weltkrieg - wieder musste man neu beginnen. Beiersdorf wuchs in den folgenden Jahrzehnten mit starken Marken wie Nivea, tesa, Hansaplast oder La Prairie zu einer Weltfirma, deren Produkte in fast jedem Haushalt zu finden sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2019
Ulla Fölsing liest das von Beiersdorf selbst in Auftrag gegebene und redigierte Unternehmensporträt des Wirtschaftshistorikers Alfred Reckendrees mit Interesse. Die umfangreiche, bebilderte Arbeit konzentriert sich laut Fölsing auf eine an der Unternehmensleitung orientierte Entwicklungsgeschichte, da der Autor vor allem die Vorstandsprotokolle von 1956 bis 2004 auswertet. Wie kluge Preispolitik und Zeitgeistverständnis zum Erfolg von Nivea, Labello und Co. führten, vermag ihr der Autor zu vermitteln. Kritische Themen, wie das Verhalten der Firma während der NS-Zeit, werden nicht ausgespart, verspricht Fölsing.
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