Aldi - diese vier Buchstaben haben im Positiven wie auch im Negativen Konsumverhalten und Esskultur der Deutschen wesentlich geprägt. Der Aufstieg der Brüder Karl und Theo erzählt deshalb auch von unserem Land. Im Essener Vorort Schonnebeck in der Mittelstraße 87 öffnet der Bäckergeselle Karl Albrecht senior 1913 ein kleines, aber feines Geschäft, in dem es neben Brot auch Kaffee, Tee, Konfitüre, Butter und Kekse zu kaufen gibt. Supermärkte waren noch ferne Zukunftsmusik und jeder Kunde wurde persönlich bedient, man plauschte, kannte sich. Doch mit den Kriegen wird die Beschaffung von Lebensmitteln eine immer größere Herausforderung. Als die Söhne Karl junior und Theo dann endlich von der Front zurückkehren, machen sie aus der Not eine Tugend: Mit niedrigen Preisen und einem äußerst schmalen Sortiment, das sich auf das Wesentliche beschränkt, locken sie die Kunden in den Jahren der Mangelwirtschaft ins Geschäft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2021
Eher lakonisch rekapituliert Christoph Koopmann die Geschichte der Aldi-Brüder beziehungsweise ihres Imperiums, wie der ZDF-Historienmeister sie hier vorlegt. Es werden ein paar Legenden entzaubert - so arm waren die Eltern der Aldi-Brüder nicht -, deutlich auch gesprochen über die für Lieferanten nicht selten ruinöse "radikale Preispolitik" und den wenig angenehmen Führungsstil des Unternehmens. Der Kritiker stößt sich manches Mal an sprachlichen Ausrutschern, die Knoops "Weltkriegsfixierung" unter Beweis stellen und findet, dass man sich am Ende der Lektüre, obgleich alles schon bekannt war, irgendwie "schlauer" fühlt. Und auf genau dieses Gefühl und Bedürfnis komme es, so der Kritiker lauwarm, bei solchen Büchern wohl am Ende an.
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