Aus dem Amerikanischen von Thomas Stegers. Ein Bibliothekar an der New York Library gerät unter den Bann eines exzentrischen älteren Herrn, der einen ganz besonderen Auftrag für ihn hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2003
Die Ausgangsthese des Autors fasst Kai Martin Wiegandt so zusammen: die wahren Abenteuer passieren heute nicht mehr in der großen weiten Welt der Kontinente und der Meere, sondern im Inneren. Warum also nicht in einem Bibliothekskatalog? Wiegandt hat gegen diese Hypothese nichts einzuwenden, zeigt sich am Ende jedoch schlicht gelangweilt. Wer sich für Enzyklopädien, Buchherstellung und Bibliothekskataloge interessiert, sei mit dem Buch bestens bedient, darüber hinaus vermittle Kurzweil eher Langeweile. Das liegt für Wiegandt eindeutig daran, dass der Erzähler seine Position zur Belehrung missbraucht, seine Schilderung einer kriminalistisch angehauchten Bibliotheksrecherche (nach einer besonderen Uhr) recht langwierig abwickelt und dabei die Nebenfiguren äußerst flach oder karikaturhaft erscheinen lässt. Wiegandt kann jedenfalls nach über vierhundert Seiten "Die Leidenschaften eines Bibliothekars" nicht teilen.
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