Amanda Lee Koe

Ministerium für öffentliche Erregung

Storys
Cover: Ministerium für öffentliche Erregung
CulturBooks, Hamburg 2016
ISBN 9783959880183
Gebunden, 224 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Zoe Beck. Amanda Lee Koe erzählt Geschichten um Außenseiter, Querköpfe, Individuen, die sich durch eine in Schieflage geratene Welt bewegen müssen. Ein ungleiches Pärchen fasst den Entschluss, bei ihren Rendezvous alle Parks der Insel abzuklappern; ein Mann trifft in einer Bar einen Transsexuellen, den er als Junge gedemütigt hatte, und lässt sich von ihm abschleppen; eine Kellnerin bedient einen alternden Serienstar, in den sie als kleines Mädchen verliebt war, am nächsten Morgen wird er tot in seinem Bett aufgefunden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.07.2017

Rezensent Ulrich Gutmair kann nicht nachvollziehen, weshalb dieser bereits 2016 auf Deutsch erschienene Erzählband der in Singapur geborenen Autorin Amanda Lee Koe von den Feuilletons fast durchgängig ignoriert wurde. Mit Witz, Klugheit und Gespür für Stil erzählt die junge Autorin von den Selbstbildern einer multiethischen, multireligiösen und multilingualen Gesellschaft, schwärmt der Kritiker, der auch bewundert wie geschickt Koe menschliche Beziehungen seziert. Dass Koe in ihren Geschichten über ebenso "grausame" wie mitfühlende asiatische Frauen und Ladyboys auch mal die Pfade des trockenen Realismus der modernen singapurischen Literatur verlässt und ins Fantastische übergeht, hat Gutmair gefallen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2016

Angela Schader ist gespannt auf die Weiterentwicklung von Amanda Lee Koe. Deren Debüterzählungen findet sie schon mal außergewöhnlich gut. Es überwiegen eigenwillige, elektrisierende Texte, meint sie. Wenn die Autorin mit Distanz und Weltläufigkeit auf ihre Heimat Singapur blickt, Liebesgeschichten erzählt, lokale Mythen plündert und magisch realistisch oder märchenhaft homoerotische Beziehungen ausleuchtet, sprühen laut Schader die Funken. Den Umstand, dass die Distanz zwischen Erzählerin und Figur in den Texten mitunter nahezu verschwindet, deutet Schader wohlwollend als Ausweis der Intensität, mit der sich Lee Koe auf ihre Geschichten einlässt.
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