Amanda Leluc

Entstellt

Über Märchen, Behinderung und Teilhabe
Cover: Entstellt
Edition Nautilus, Hamburg 2021
ISBN 9783960542513
Kartoniert, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Josefine Haubold. Die Märchen und Geschichten, die wir als Kinder erzählt bekommen, prägen unsere Wahrnehmung der Welt. Was aber passiert, wenn man sich eher mit dem Biest identifiziert als mit der Schönen? Wenn jede hässliche, entstellte, behinderte Märchenfigur als böse gilt, verhöhnt und bestraft wird - wie kann sich das Biest dann jemals ein Happy End erhoffen? Amanda Leduc untersucht Märchen in Text und Film, von den Brüdern Grimm über Hans Christian Andersen bis zu Walt Disney und "Game of Thrones". In den Geschichten erkennt man das Gute stets an seiner Schönheit und das Böse an seinem entstellten Körper.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 21.04.2021

Rezensentin Susanne Billig ist erstaunt, dass es nicht längst ein solches Buch gibt. Die kanadische Autorin Amanda Leduc, selbst seit frühester Kindheit hinkend, hat sich Märchenwelten von Grimm und Andersen über Walt Disney bis Games of Thrones angeschaut, um Figuren mit körperlicher oder geistiger "Besonderheit", wie die Kritikerin schreibt, aufzuspüren und zu analysieren. Billig begegnet hier Menschen mit Buckeln, Däumlingen oder Mischwesen aus Igel und Mensch, die alle die Erfahrung der Diskriminierung eint. Wie Leduc ihre Analysen mit eigener Erfahrung und aktuellen Debatten anreichert und dabei "lebendig", aber nie betroffen schreibt, findet die Rezensentin bemerkenswert.