Aus dem Amerikanischen von Katy Albrecht. Überlebende des Anschlags auf das World Trade Center brauchten durchschnittlich sechs Minuten, bis sie ihre Arbeitsplätze verließen, manche sogar bis zu 45 Minuten. Worauf warteten sie und warum? Amanda Ripley wollte genau wissen, welches Verhalten hinter den Statistiken steckt. Sie erzählt von den Twin Towers, der sinkenden Fähre Estonia, dem Hurrikan Katrina und von einem Geiseldrama in Bogota. Vor allem aber gibt sie die Erkenntnisse weiter, die sie aus Interviews mit zahlreichen Überlebenden gewonnen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2009
Manuela Lenzen hat zwei Bücher über Katastrophenverhalten und Überlebenschancen gelesen, die sich in Aufbau, Inhalt und Intention sehr ähnlich sind, wie sie feststellt. Sowohl Amanda Ripley als auch Ben Sherwood untersuchen in ihren Büchern, ob es einen bestimmten zum Überleben von Katastrophen prädestinierten Charakter gibt, welche Überlebensstrategien es gibt und wie man sich auf Katastrophen vorbereiten kann. Beide amerikanische Autoren haben sich Lenzen zufolge verschiedenen Katastrophenübungen ausgesetzt und plädieren jeweils für eine verbesserte Vorbereitung auf den Katastrophenfall sowohl des Einzelnen als auch der staatlichen Stellen, stellt Lenzen eingenommen fest. Doch obwohl die Rezensentin den Büchern entnimmt, dass man sich durchaus für Katastrophen wappnen kann, und sie Ripley und Sherwood dafür lobt, keine "Panikmache" zu betreiben, ist sie am Ende nicht wirklich beruhigt: Was nützt ihr beispielsweise der beste Feuermelder, fragt sie zweifelnd, wenn sie im Brandfall aus dem Bett springt, ohne zu bedenken, dass sie sich wegen des gefährlichen Rauchs über den Fußboden nach draußen robben müsste.
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