Amitav Ghosh fragt sich, warum der Klimawandel in der Literatur der Gegenwart nicht zur Sprache kommt. Woher rührt unsere große Verblendung, vor der künftige Generationen fassungslos stehen werden? Hat die Kunst in dieser epochalen Katastrophe ihren Meister gefunden? Mit "Die große Verblendung" legt Ghosh ein Essay vor, das nicht nur seine Zunft, sondern uns alle auffordert, ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte zu schreiben und uns eine andere, bessere Welt auszumalen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2017
Von Amitav Gosh erwartet Rezensent Thorsten Gräbe den großen Roman über den Klimawandel. Das Material, Figuren und Konflikte dafür finden sich laut Gräbe in diesem Buch mit seinen 36, für Gräbe leider etwas unverbunden daherkommenden kurzen Kapiteln, so etwa, wenn der Autor seiner Mutter wegen eines drohenden Zyklons rät, ihr Haus in Bombay zu verlassen. Das vom Autor im Buch angestimmte Lamento über die Grenzen der erzählenden Literatur angesichts der Auswirkungen des Klimawandels, kann Gräbe nicht nachvollziehen. Gosh, meint er, blendet bedeutende Arbeiten auf dem Gebiet des Cli-Fis aus und bietet kein poetisches Programm. Dergleichen findet der Rezensent bei anderen Autoren, wie den Literaturwissenschaftlerinnen Sylvia Mayer und Adeline Johns-Putra.
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