Heute ist "Filmen" ziemlich einfach: die digitale Kamera zeigt die "Endqualität". Unmittelbar nach jeder Aufnahme überprüft dieser mit dem Regisseur Bild und Ton am grossen Fernsehmonitor auf technische und gestalterische Qualität. Am Computer werden die abgedrehten Szenen per Mausklick in die gewünschte Reihenfolge gebracht und auf die richtige Länge gekürzt - möglicherweise gelangt der soeben produzierte "Film" als Digitalvideoband bereits am gleichen Abend im (Farb-)Fernsehen zur Ausstrahlung. Vor 50 Jahren waren Bild/Tonaufnahmen aufwändiger: die Bild- und die Tonkamera wogen je rund 50 kg und benötigten einen Drehstromanschluss (3 x 380 V) dieser Aufwand rechtfertigte sich nur für Dialogszenen bei Spielfilmen und diese wurden meist nur schwarz/weiss produziert. Der Kameramann musste sich für die Ausleuchtung der Szene auf seine Erfahrung verlassen; der Regisseur musste die Handlung von blossem Auge beurteilen das Resultat sahen sie erst am nächsten Tag auf der Leinwand, wenn das Filmmaterial entwickelt und kopiert vorlag. Der Cutter markierte am Schneidetisch jeden "Schnitt" auf der Arbeitskopie und im entsprechenden 35mm-Tonband mit Fettstift und führte ihn dann in beiden Bändern mit Schere und Klebeband aus. Alle Gebiete der Filmproduktion - Aufnahme, Bildbearbeitung (Filmlabor), Tontechnik usw. - erfuhren ähnlich einschneidende Umwälzungen, welche sich auch auf die Produktionsmethoden und auf die Filmberufe auswirkten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2004
Einen "substanziellen Beitrag zur Schweizer Filmgeschichte" erblickt Rezensent Christoph Egger in Andre Amslers Buch "Rückblende", das die Gattungen technischer Leitfaden, historisches Kompendium und persönlicher Erinnerungsbericht vereinigt. Er bescheinigt dem Autor, der unter anderem als Fotograf, Tontechniker, Chefcutter, Produktionsleiter eines Werbefilmstudios und Technischer Leiter des Filmlabors Cinegram in Zürich tätig war, ein "enormes Fachwissen", das es ihm ermögliche, die spezifischen technischen, organisatorischen und nicht zuletzt personellen Voraussetzungen und Abläufe der Entwicklung des Schweizer Filmwesens darzustellen. Wer sich ein Bild von der Schweizer Filmindustrie machen wolle, schließt der Rezensent, "findet hier einen einzigartigen Insiderbericht". Etwas bedauerlich findet er nur das Fehlen eines Personenregisters und die schlechte Papierqualität des Werkes.
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