Im Winter 2005 reiste Barbara Honigmann nach New York. Unaufdringlich, persönlich und mit viel Witz berichtet sie von einem Aufenthalt zwischen Campus und Boheme, jüdischen "connections" und "communities". Unversehens wird daraus eine Reise zurück nach Deutschland - in die Vergangenheit, in der Begegnung mit alten Berliner Freundinnen oder im Gespräch mit Verwandten, die vom Holocaust verschont geblieben sind und die sie nun zum ersten Mal trifft. Eine der am meisten beschriebenen Städte der Welt erscheint in einem ganz persönlichen Licht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.01.2009
O je, Stipendiatenprosa! Oder eine höhere Form von Tourismus, wie Eva Corino es nennt. Das ist nett gesagt. Vielleicht, weil Corino an Barbara Honigmann partout nichts Unsympathisches entdecken kann. Wenn ihr nur nicht so langweilig geworden wäre beim Lesen! Der "Rausch des Alleinseins" einer Mutter reiferen Jahrgangs reißt es nicht raus. Und über New York hat Honigmann einfach nichts Neues zu berichten (die Häuser sind verdammt hoch, ja). Und wer ist schuld? Möglicherweise ja der Deutsche Literaturfond, so ahnt Corino, der seine Stipendiatinnen zum x-ten Mal nach NY schickt anstatt nach Islamabad.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Rezensentin Verena Lueken hören wir seufzen angesichts von Barbara Honigmanns New-York-Impressionen von der ganz dünnen Sorte. Den Band, Früchtchen eines Stipendiatinnenaufenthalts, hält sie für absolut überflüssig. Wüsste die Rezensentin nicht, dass New York mehr zu bieten als Honigmann zu erzählen hat, mehr als große Gebäude, überfüllte Straßen und vielbeschäftigte Menschen, sie hielte den Big Apple wohl für ebenso überflüssig. Was die Autorin sonst noch erlebt, betrifft ihre Familiengeschichte oder das Zusichnehmen von Tee und lässt Lueken nicht minder kalt. Richtig erhitzt hingegen haben sie die vielen, offenbar keinem Lektor weiter aufgefallenen englischen Vokabeln. Sollten die deutschen Entsprechungen so einfacher Wörter wie Gebäude oder Mittagessen der Autorin bei ihrem Aufenthalt tatsächlich entfallen sein? Unbelievable.
Interessant fand Rezensent Jörg Magenau diese essayistischen Streifzüge durch das jüdische New York, wenngleich seine Rezension auch ein gewisses Fremdeln mit der Thematik spüren lässt. Für die Ich-Erzählerin, die für Magenau durchaus mit der Autorin Barbara Honigmann gleichzusetzen ist, steht das jüdische Leben New Yorks für etwas, nach dem sie sich immer sehnte, in der DDR und später auch in Frankreich: einem Judentum nämlich, das sich nicht negativ aus dem Holocaust definiert, sondern positiv aus der Religion. Auch Barbara Honigmanns Reflexionen zum Thema Gedenken und Erinnern findet der Rezensent augenscheinlich bemerkenswert.
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