Nur schlaglichtartig wird in der Öffentlichkeit deutlich, dass sich die rechte Szene in Deutschland nahezu unbemerkt umstrukturiert hat. Während die Zahl der NPD-Anhänger erkennbar zurückgeht, erhalten die autonom agierenden "Freien Kameradschaften" beständig Zulauf. Mit ihrer Hilfe sollen "National befreite Zonen" überall in Deutschland entstehen, in denen die Nazis die eigentliche Macht ausüben.In acht Reportagen aus dem Innern dieser Szene berichten die Autoren über die Funktionsmechanismen dieser unabhängigen Kameradschaften und ihre Vernetzung durch regionale Aktionsbüros, die Ursachen der steigenden Gewaltbereitschaft, die finanzielle Absicherung über eigene Unternehmen, die Stellung der Frauen innerhalb der Gruppen und die internationalen Kontakte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2004
Dieser von Andrea Röpke und Andreas Speit herausgegebene Band enthalte einige "seriöse Analysen", lobt Harald Bergsdorf. So erfahre man etwa, dass sich Rechtsextremisten inzwischen auch bemühen, mit antikapitalistischer, antiamerikanischer, PLO-naher und pazifistischer Agitation in den Reihen der Friedensbewegung zu punkten, und Jugendliche zu ködern. Doch der Band enthalte, so schränkt der Rezensent ein, "auch viele kühne Thesen". So stütze sich ein Beitrag "unkritisch" auf Studien, nach denen mindestens 27 Prozent der Westdeutschen und 41 Prozent der Ostdeutschen fremdenfeindlich eingestellt sind. Vor allem der folgende Schluss daraus geht dem Rezensenten zu weit: "Rechtsrocker sprechen, wenn sie rassistische Texte singen, somit einem großen Teil der deutschen Bevölkerung aus dem Herzen." Bergsdorf argwöhnt, der Band versuche mit solchen Diagnosen, "drastischere Mittel gegen alles zu rechtfertigen, was er 'rechts' nennt - ähnlich wie die 'Antifa' und ihr Umfeld."
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