Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), die älteste der aktiven rechtsextremistischen Parteien, hat seit Mitte der neunziger Jahre einen Radikalisierungsprozess durchlaufen, sich gegenüber den militanten 'Szenen' der 'Neonazis' und 'Skinheads' geöffnet und durch provokative Auftritte in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregt. Dennoch konnte sie bei Wahlen wachsende Stimmengewinne verbuchen, in zwei Landesparlamente (Sachsen und Mecklenburg- Vorpommern) einziehen und sich besonders im östlichen Deutschland mancherorts sozial verankern. Die Autoren des Bandes, ausgewiesene Experten, analysieren die Erfolgsbedingungen der Partei: ihr ideologisch-programmatisches Profil, die Organisationsstruktur,die strategische Ausrichtung, das Auftreten bei Wahlen, die Unterstützermilieus,das politische Kräftefeld und diesoziale Umwelt, in denen sie sich bewegt. Ein Who's who führender Parteirepräsentanten vervollständigt den Band.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.11.2008
An ein wissenschaftliches Publikum gerichtet sieht Rezensent Hans Joachim Föller diesen Sammelband über die NPD, dem er interessante Erkenntnisse über Strategien, Umfeld und Ideologie der NPD entnommen hat. Als besonders "bitter" erscheint ihm, dass die Autoren die Hoffnung auf ein baldiges Verschwinden der rechtsextremen Partei erfolgreich zunichte machen. Denn die Partei rekrutieren ihre Wählerpotenzial nicht mehr nur über die Themen "Einwanderung" und "Kriminalität", sondern auch über die "Globalisierung" und "Sozialpolitik", wie er von dem Mitherausgeber Henrik Steglich überzeugend dargestellt sieht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2008
Rezensent Ralf Altenhof findet durchaus lesenswert, was die Herausgeber Uwe Backes und Henrik Steglich zum Erfolg der NPD und die von ihr ausgehenden Gefahren zusammen getragen haben. Eine wesentliche Erkenntnis ist für den Rezensenten, dass die NPD zwei Gesichter und ein "paradoxes Profil" hat. Im Wahlkampf verschweige die NPD ihre wahren, nationalsozialistisch inspirierten Ziele zugunsten einer populistischen Globalisierungskritik. Altenhof findet erfreulich, dass trotz einer genauen Analyse dieser gar nicht homogenen Partei auch "andere rechtsextreme Parteien vergleichend einbezogen werden".
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