Der Weg Brasiliens in die Demokratie ist fest mit dem Namen Luiz Inácio Lula da Silva verbunden. Aus einfachsten Verhältnissen stammend, gehörte der Gewerkschafter zu den Gründern der Arbeiterpartei PT und zu den Mitautoren der demokratischen Verfassung, er wurde zur Ikone der Linken. Der Weg zum Präsidentenamt war lang und von Rückschlägen und Skandalen gesäumt - vier Anläufe brauchte Lula bis zum Ziel. Während seiner Amtszeit erlebte Brasilien eine wirtschaftliche Blüte, seine Politik half Millionen Menschen aus bitterster Armut.Doch die PT erschütterte das Land auch mit Skandalen - Korruption und schwarze Kassen zerstörten nachhaltig Hoffnungen und Vertrauen. Lula wurde verurteilt, seine Nachfolgerin des Amtes enthoben, ein Rechtsextremer Präsident. Seit März 2021 ist der Ex-Präsident wieder auf freiem Fuß und entschlossen, Jair Bolsonaro aus dem Amt zu verdrängen. Bei der Präsidentschaftswahl im Oktober 2022 könnte es zum großen Showdown kommen. Werden Lula und die PT aus den Fehlern der Vergangenheit lernen? Der Brasilienkenner Andreas Nöthen zeichnet den politischen Werdegang des Ausnahmepolitikers, und damit auch die jüngere Geschichte Brasiliens, nach.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2022
Rezensent Tim Niendorf kommt nicht wirklich klar mit Andreas Nöthens Biografie über Brasiliens linke Politikerhoffnung Lula da Silva. Was genau nun der große Unterschied zwischen ihm und Bolsonaro ist (und wo die Parallelen liegen), vermag Nöthen nicht befriedigend herauszuarbeiten, kritisiert Niendorf. Korrupt und populistisch ist die Linke auch, weiß er. Spannend wäre für Niendorf gewesen, da Silva etwas stärker auf den Zahn zu fühlen, doch der Autor verliert sich zu sehr in brasilianischer Politik und ihren Akteuren, erklärt er.
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