Aus dem Englischen von Svantje Volkens. Der 17-jährige Felipe ist nicht mollig oder hat schwere Knochen. Nein, er ist da ganz realistisch: Felipe ist dick. Deswegen braucht er auch niemanden, der ihn daran erinnert - was seine Mitschüler trotzdem nicht davon abhält. Zum Glück sind bald Ferien! Endlich Ruhe und Zeit für Felipes Lieblingsbeschäftigungen: Serien schauen und ganz viel lesen. Aber dann kommt alles ganz anders, denn seine Mutter eröffnet ihm, dass Nachbarsjunge Caio die nächsten fünfzehn Tage bei ihnen wohnen wird. Felipe ist verzweifelt, denn a) ist er total in Caio verliebt seit ... na ja ... immer; und b) ist Felipes Liste an Unsicherheiten unendlich lang. Wie soll er da bloß die Ferien mit seinem Schwarm überleben?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.09.2022
Bodyshaming, das ist das Thema dieses Romans. Wie es sich auf das Selbstwertgefühl eines jungen Menschen auswirken kann, und wie schwer, wie langwierig es ist, einen Umgang damit zu finden. Dass Martins' junger Held schwul ist, wird lediglich nebenbei, als selbstverständlich behandelt, was Rezensent Florian Welle für eine der "großen Stärken" dieses Romans hält. Eine weitere dieser Stärken ist die Sensibilität und die Empathie, mit der Vitor Martins davon erzählt, wie der 17-jährige Felipe sich immer wieder überwindet - schwimmen zu gehen zum Beispiel, wie er sich verliebt und wie er langsam aber beständig an Selbstsicherheit gewinnt. Eine berührende und dank der herrlichen Selbstironie ihres Ich-Erzählers auch humorvolle Geschichte, so der beeindruckte Rezensent.
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