"Ich bin ein Berliner" - dieser Satz weckt Erinnerungen: an John F. Kennedy und an dessen Besuch in Deutschland im Juni 1963. Kennedys Reise geriet zu einer wahren Triumphfahrt und steigerte sich zu einem hochemotionalen Massenerlebnis, wie es vor dem Fall der Mauer kein zweites in der deutschen Nachkriegsgeschichte gab. Nie zuvor und nie danach fühlten die Deutschen sich einem amerikanischen Präsidenten und seinem Land so nah verbunden wie in jenem Juni 1963. Andreas Daum erzählt erstmals die Geschichte dieser Reise und analysiert ihre Hintergründe und Folgen.
Ein "virtuoses Buch" und "Glanzstück moderner Zeitgeschichtsschreibung" erblickt Rezensent Alexander Cammann in Andreas W. Daums "Kennedy in Berlin", das die Hintergründe und die Wirkung von John F. Kennedys umjubelten Berlin-Besuch am 26. Juni 1963 untersucht. Wie Cammann berichtet, zeichnet Daum detailliert die Planungen im Vorfeld der Kennedy-Reise nach, beschreibt den Einfluss der amerikanischen Berlin-Lobby auf den Präsidenten sowie die Beseitigung von protokollarischen Zwistigkeiten. Insbesondere die Passagen über Kennedys Tag in Berlin lesen sich Cammann zufolge "durchweg spannend". Der Autor schaue hinter die Kulissen der Inszenierung, ihm entgehe weder die Nervosität des Gastgebers Brandt noch das Fehlen von Günter Grass beim Galadiner. Zudem widme sich Daum eingehend dem öffentlichen Nachleben von Kennedys Berlin-Besuch, notiert Cammann. Auch Daums Plädoyer für eine neue Sicht auf die Verwestlichung der Bundesrepublik hält Cammann für "plausibel": "Die Angleichung an das erfolgreiche Gesellschaftsmodell", so Cammann, "gelang letztlich nur durch das emotionale, symbolische Erlebnis der Westbindung."
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