Aus dem Russischen von Rosemarie Tietze. Das "Georgische Album", das erstmals vollständig auf deutsch erscheint, versammelt Reisebilder und autobiografisch gefärbte Erzählungen, die zu Bitows stärksten Prosastücken gehören - Erinnerungsblätter, die nicht nur den Landschaften des "russischen Italien", sondern auch den geliebten Orten und Menschen seiner Heimatstadt Petersburg gewidmet sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2005
Thomas Grob fragt sich in seiner Besprechung zweier Bücher von Andrei Bitow, ob das Werk dieses "postmodernen Melacholikers" nicht vor allem "Ausdruck sowjetischer Befindlichkeit" ist, das mittlerweile seine "Sprengkraft" verloren hat, aber nichtsdestotrotz zum "Allerbesten" dieser vergangenen Ära zählt. Das "Georgische Album" ist mit seinen Reiseerinnerungen, Gedanken über die sowjetische Gegenwart und Vergangenheit und "Begegnungen" ein durchaus "heterogenes" Buch, durch das sich vor allem das "Thema der Abwesenheit, des Andersseins" zieht und dem man die "Distanz" des georgischen Autors zu "sich selbst" deutlich anmerkt, meint der Rezensent. Dabei fällt ihm auf, dass das darin beschworene Georgien nur zum Teil ein "realer" Ort ist, der immer wieder zum "beinahe mythischen Ort" wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.10.2003
Nicht "Reiseliteratur im klassischen Sinne" hat man vor sich, schreibt Jürgen Berger; vielmehr hat Andrej Bitow über Menschen und Orte seiner Erinnerung geschrieben. Georgien ist in der russischen Imagination, so der Rezensent, dem Süditalien der deutschen Phantasie vergleichbar: "Es ist warm, man isst gut und hinter jeder Straßenecke lauert die Mafia", - und dass Stalin Georgier war, macht die Sache nicht leichter. Aber Bitow ist hier laut Untertitel "auf der Suche nach Heimat", und die betreibt er als Evokation von Reisebildern, in denen Menschen und Natur die Hauptrolle zukommt. Dabei gerät, was er schreibt ("Armut gefällt mir"), nicht selten "in gefährliche Nähe einer romantisierenden Natur- und Menschenverklärung", findet Berger, und lässt sich dann nur durch die "stilistische Virtuosität" trösten, mit der Bitow die Spannung seiner Erzählungen hält.
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