Armenien, Tschetschenien, Georgien - seit Jahren reist Philip Marsden in Osteuropa und berichtet von einer Welt im Umbruch. Seine letzte Reise führt ihn zu den Skythen und den Kosaken des Kaukasus, in das Land, das Herodot wegen des schneereichen Klimas das "Land der Federn" nennt...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2002
Sabine Berking stellt diese Reisegeschichte in eine Reihe mit unlängst erschienenen Publikationen über vergessene Minderheiten. Der Kaukasus, erklärt uns die Rezensentin, eigene sich für diesen Gegenstand außerordentlich, ist doch dort die Dichte verschiedener Ethnien, Kulturen und Sprachen so groß wie nirgendwo sonst. Das Buch, so die Rezensentin, befasst sich mit kaukasischen Völkern und ihrem Überleben unter den Zaren, den Kommunisten und den neuen Machthabern seit Gorbatschow. Ein bisschen klischeehaft sei das Buch geschrieben, findet die Rezensentin. Man treffe auf "Männer mit Schnurrbärten und sonnenverbrannten Gesichtern, die in Vorgärten und an Wohnzimmertischen sitzen, Geschichten von Zwangskollektivierung und Hunger erzählen und danach wie zum Beweis ihre Uniformen aus alten Schränken hervorholen". Wer das Buch zur Hand nimmt, sollte die Lektüre ergänzen, rät die Rezensentin. Zum einen weil die Auswahl von Tolstoj bis Puschkin sehr groß sei, zum anderen, weil das Buch in Andeutungen stecken bleibe: Wenn etwa zu lesen sei, dass keiner "die wiederentdeckten Embleme des Russentums stolzer als die Kosaken" trage, könne der Leser nur ahnen "dass dieses Russentum ein gefährliches Sammelbecken für nationalistische Umtriebe, Antisemitismus und bizarre Monarchisten geworden ist".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2002
Ulrich M. Schmid sieht sich in seiner Überzeugung bestätigt, dass Engländer traditionell für das Genre Reiseberichte besonders prädestiniert sind. Die Beschreibung einer Reise in den Kaukasus zu Anhängern russischer Sekten beeindruckt den Rezensenten nicht zuletzt deshalb, weil sich Philip Marsden in die entlegensten Gegenden begeben und dort "interessante Begegnungen" erlebt hat. Er lobt den Autor dafür, ein "lebendiges Bild" von den strenggläubigen Anhängern verschiedener Abspaltungen der orthodoxen russischen Kirche zu zeichnen und sieht sich mit dem Buch in eine faszinierende "terra incognita" eingeführt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2001
Kurzweilig zu lesen findet dieser, mit "maha" kürzelnde Rezensent das Buch über eine Reise von Moskau in den Kaukasus. Sogar einen "angenehmen Hauch Melancholie" hat er beim Lesen über "faszinierende Charaktere" und Mitglieder "abstruser" christlicher Sekten im Süden Russlands, in Ossetien, Georgien und Armenien empfunden. Aber einen Haken hat er auch gefunden: den Anekdotenreichtum des Buches nämlich, der die Bewohner der besuchten Regionen "in einem Sammelsurium liebenswerter, kauziger Eigenbrödler" geradezu verschwinden lasse. Die doch recht "differenzierte Realität", meint "maha", der sich rasant verändernden postsowjetischen Welt gerate da "leicht aus dem Blick".
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