Andrew Keen

Das digitale Debakel

Warum das Internet gescheitert ist - und wie wir es retten können
Cover: Das digitale Debakel
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2015
ISBN 9783421046475
Gebunden, 320 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. Das Internet bringt den Menschen mehr Demokratie, wirtschaftlichen Wohlstand und kulturelle Vielfalt. Es ist ein Raum der Transparenz, Offenheit und Gleichberechtigung. Ein Erfolg auf der ganzen Linie. Wer das glaubt, sagt Silicon-Valley-Insider Andrew Keen, liegt völlig falsch. Nicht die Gesellschaft profitiert von einer "hypervernetzten" Welt, sondern eine elitäre Gruppe junger weißer Männer. Was ihnen immer mehr Reichtum beschert, macht uns in vielerlei Hinsicht ärmer. Das Internet vernichtet Arbeitsplätze, unterbindet den Wettbewerb und befördert Intoleranz und Voyeurismus. Es ist kein Ort der Freiheit, sondern ein Überwachungsapparat, dem wir kosten- und bedenkenlos zuarbeiten. Kurzum: Das Internet ist ein wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Debakel. Andrew Keen liefert eine scharfe, pointierte Analyse unserer vernetzten Welt und zeigt, was sich ändern muss, um ein endgültiges Scheitern des Internets zu verhindern.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2015

Die erhoffte Entschlüsselung der magischen Verbindung aus libertärer Gesinnung, Altruismus und Gewinnstreben im Silicon Valley findet Mara Delius in Andrew Keens Buch leider nicht. Dabei hätte Keen, lange selber Tech-Unternehmer, sicher etwas darüber zu erzählen, mutmaßt Delius. Stattdessen aber trifft die Rezensentin auf das ewig gleiche Lamento angesichts von Facebook, Google und Co, auf einen wenig hilfreichen Gut-Böse-Dualismus und kapitalismuskritische Salonressentiments. Strukturelle und kritisch einschätzende Überlegungen zur digitalen Ökonomie vermisst die Rezensentin, auch wenn der Autor ihr einen passablen Überblick über die digitale Entwicklung liefert nebst einigen bedenkenswerten soziologischen Überlegungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2015

Ein bisschen zu persönlich wird der Autor laut Jonas Jansen. Wenn Andrew Keen über pickelige Internetmillionäre herzieht, spürt der Rezensent die Bitternis des Pleitegeiers. An der Schlagkraft der Fakten zur Internetökonomie, die der Autor und einstige Chef des Start-ups "Audiocafe" zusammenträgt, ändert das aber nichts, fügt Jansen hinzu. Zumal der Autor seine Philippika gegen die Techbranche mit harten Zahlen unterfüttert. Das Netz ist gescheitert, wettert der Autor und meint nicht die Monopolisten und Millionäre, sondern die Möglichkeit einer freien, vernetzten Gesellschaft. Eine wichtige Stimme, findet der Rezensent, trotz aller Unsachlichkeit.
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