Aus dem Amerikanischen von Volker Oldenburg. Hunderttausende treffen sich zum wöchentlichen Pokern. Andy Bellin, der in Las Vegas gegen einige der berühmtesten Spieler der Welt angetreten ist, führt uns in die Welt der Profi-Pokerspieler ein. Bellin erzählt von Könnern und Träumern, Betrügern und Exzentrikern. Denn nicht nur rechnerische Aufgaben, sondern psychologische Mittel aller Art müssen hemmungslos eingesetzt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2003
Also: "Poker Faces" von David M. Hayano hat Ernst Horst besser gefallen, aber eine unterhaltsame Lektüre bietet seines Erachtens auch Andy Bellin, der sich eine Zeitlang als Semiprofi beim Pokern versucht haben soll. Das Buch changiert zwischen Autobiografie und Ratgeber, ein bisschen Soziologie und Geschichte ist auch mit dabei, meint Horst. Wenn es darum geht, den Lesern die mathematischen Gesetzmäßigkeiten des Spiels näher zu bringen, verschätzt sich der Autor nach Haubrich: für die einen ist Bellin zu ungenau, für die anderen eine Überforderung, vermutet er. Interessant dagegen seien die Partien, in denen Bellin über die Psychologie des Spieles plaudere: genaue Kontrolle und Kenntnis der Körpersprache, Intuition, kühles Abschätzen sind Eigenschaften, die einen guten Pokerspieler ausmachen. Deutlich ist das Buch von einer gewissen Melancholie getränkt, schreibt Ernst, was wohl darin liege, dass der Autor mittlerweile als Journalist arbeite und seine Karriere als Pokerspieler an den Nagel gehängt habe.
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